Beim ersten Stiertreiben dieser Saison in der nordspanischen Stadt Pamplona sind am Samstag über 120 Menschen verletzt worden, sechs von ihnen schwer. Nach Angaben des Roten Kreuzes mussten zehn Opfer in Krankenhäuser gebracht werden.
Die Schwerverletzten waren von den Stieren auf die Hörner genommen worden. Unter ihnen sind eine 27-jährige US-Touristin und ein 22 Jahre alter Brite. Der Zustand eines 27 Jahre alten Spaniers galt als besonders ernst: Ihn traf der Hornstoß in die Brust.
Fast doppelt so viele Verletzte wie im Vorjahr
Nach dieser Bilanz sind am ersten Tag der traditionellen Stierhatz fast doppelt so viele Menschen verletzt worden wie zum Auftakt im Vorjahr. Der „encierro“ (Lauf) vom Samstag war besonders gefährlich, weil sich einige der Stiere von der Herde trennten und auf die Teilnehmer losgingen. Zudem herrschte auf der Strecke großer Andrang.
Bei dem Fest zu Ehren von San Fermin, dem Schutzheiligen Pamplonas, werden alljährlich zwischen dem 7. und dem 14. Juli morgens sechs Kampfstiere durch die engen Gassen der Altstadt bis in die Arena getrieben. Bis zu 2000 Waghalsige rennen dabei vor den 600 Kilogramm schweren Kolossen her. Als einzige „Waffe“ dient den „mozos“ eine zusammengerollte Zeitung. Die Strecke ist nur 825 Meter lang, aber dennoch lebensgefährlich.
Hemingway löste den Hype 1924 aus
Die „Sanfermines“ wurden durch Ernest Hemingways Roman „Fiesta“ (1926) weltberühmt. Seit 1924 kamen bei dem Spektakel 13 Läufer ums Leben. Der bislang letzte Tote, ein amerikanischer Tourist, war 1995 zu beklagen.