Home
http://www.faz.net/-gum-3wla
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Sternenhimmel im Januar Aufwachen mit Venus

Venus bestimmt den Morgenhimmel im Januar, aber auch die Sterne sind am Winterhimmel gut zu beobachten.

© Vergrößern

Am Morgenhimmel zieht im Januar ein auffällig helles Gestirn die Blicke auf sich. Es ist unser innerer Nachbarplanet, die Venus. Nach Sonne und Mond ist Venus das hellste Gestirn am irdischen Himmel. Gegen 6 Uhr morgens ist sie schon gut am südöstlichen Morgenhimmel zu sehen. Zur Monatsmitte zieht Venus an Antares, dem Hauptstern im Skorpion, vorbei.

Ebenfalls am Morgenhimmel ist Mars vertreten - allerdings wesentlich lichtschwächer als Venus. Der Rote Planet wandert durch das Sternbild Waage und wechselt am 21. in den Skorpion. Bereits am 29. Januar wechselt Mars in den Schlangenträger, der als dreizehntes Tierkreissternbild nicht allzu bekannt ist. Auch setzt sich der Schlangenträger nur aus lichtschwachen Sternen zusammen, so dass man ihn am aufgehellten Stadthimmel kaum erkennen kann. Erst im August und September wird Mars der Erde so nahe kommen wie seit über tausend Jahren nicht mehr. Ein besonders netter Anblick bietet sich dem Frühaufsteher am 28. gegen 6 Uhr morgens tief am Südosthimmel, wenn die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zwischen Mars und Venus zu sehen ist.

Mehr zum Thema

Merkur am Morgenhimmel

Zum Monatsende taucht als dritter Planet der flinke Merkur am Morgenhimmel auf, der sich nur schwer beobachten lässt. Die meiste Zeit verbirgt er sich in den Strahlen der Sonne. Nur wenige Tage im Jahr kann man ihn entweder nach Sonnenuntergang tief im Westen oder kurz vor Sonnenaufgang, dann aber am Osthorizont erspähen. Unter günstigen Sichtbedingungen kann man den sonnennahen Planeten ab 25. bis Ende Januar tief am Südosthimmel erkennen.

Die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn beherrschen den Abendhimmel. Jupiter hält sich im lichtschwachen Sternbild Krebs auf und kann fast die ganze Nacht über gesehen werden. Bevor Venus am Morgenhimmel erscheint, ist Jupiter das bei weitem hellste Gestirn am nächtlichen Firmament - vom Mond abgesehen natürlich.

Jupitermonde gut zu sehen

Schon in einem kleinen Fernrohr oder guten Fernglas sind die vier großen Jupitermonde zu sehen, die man nach ihrem Entdecker auch galileische Monde nennt. Mond Ganymed ist mit über fünftausend Kilometern Durchmesser nicht nur der größte Mond Jupiters sondern des gesamten Sonnensystems überhaupt. Er übertrifft noch die Planeten Merkur und Pluto an Größe.

Saturn steht mit Einbruch der Dunkelheit schon hoch im Süden. Er ist zwar nicht so hell wie Jupiter, zählt aber dennoch zu den hellsten Gestirnen am Nachthimmel. Zur Zeit hält sich der ringgeschmückte Planet im Sternbild Stier nahe des südlichen Stierhorns auf. Im Fernrohr zeigt Saturn einen weit geöffneten Ring, auf dessen Südseite wir gegenwärtig blicken.

Helle Sterne am Winterhimmel

Der Winterhimmel ist besonders reich an hellen Sternen. Blickt man fast senkrecht nach oben, so entdeckt man einen gelblichen Stern erster Größe, die Kapella im Fuhrmann. Das wohl prominenteste Wintersternbild, der Himmelsjäger Orion, steht jetzt zur abendlichen Beobachtungsstunde gegen 22 Uhr halbhoch im Süden. Seine beiden hellsten Sterne heißen Beteigeuze und Rigel. Während Beteigeuze rötlich leuchtet, strahlt Rigel ein bläuliches Licht aus, da er wesentlich heißer ist als Beteigeuze oder unsere Sonne. Hoch im Südosten sind die beiden Sternenketten der Zwillinge zu sehen mit ihren beiden Hauptsternen an den Spitzen, Kastor und Pollux genannt. Die hellen Sterne Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux bilden ein großes Sechseck, das üblicherweise Wintersechseck genannt wird. Tief am Osthimmel ist schon der Löwe erschienen, der als prominentes Frühlingssternbild die kommende Jahreszeit ankündigt.

In der ersten Januarwoche tauchen die Sternschnuppen des Quadrantidenstromes auf. Der Ausströmungspunkt dieses Meteorstromes liegt im ehemaligen Sternbild Mauerquadrant, das heute zum Sternbild Rinderhirt gehört. Die Quadrantiden sind in der Zeit nach Mitternacht zu erwarten.

Neumond macht Sternbeobachtung leicht

Zu Monatsbeginn stört kein Mondlicht die Sternenbeobachtung, denn am 2. tritt um 21.23 Uhr Neumond ein. Vollmond wird am 18. um 11.48 Uhr erreicht. Mit 404.340 Kilometer Distanz befindet sich der Mond am 11. in Erdferne, während er am 23. seinen erdnächsten Bahnpunkt passiert, wobei ihm 369.900 Kilometer von uns trennen.

Am 20. verlässt die Sonne das Sternbild Schütze und wechselt in das Sternbild Steinbock. Am gleichen Tag tritt sie außerdem in das Tierkreiszeichen Wassermann. Die Tageslänge wächst im Januar um gut eine Stunde, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um knapp sechs Grad zu.

In den Morgenstunden des 4. passiert die Erde ihren sonnennächsten Bahnpunkt. Sie ist dann nur 147.105.000 Kilometer von der Sonne entfernt, während die Sonnendistanz am 4. Juli 152.103.000 Kilometer betragen wird.

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Massentaufe von Exoplaneten Gebt ihnen einen richtigen Namen

Für dreihundert bekannte Exoplaneten werden echte Namen gesucht. Diese sollen die oftmals kryptischen Bezeichnungen ablösen. Mitmachen kann im Prinzip jeder. Mehr

16.07.2014, 13:30 Uhr | Wissen
Eigene Tarife Metro-Tochter Media-Saturn funkt im Handymarkt dazwischen

Weniger Wettbewerb, steigende Preise: Nach der Übernahme von E-Plus durch den Konkurrenten O2 fürchten Verbraucherschützer, dass der Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt nachlassen könnte. Nun steigt mit Media-Saturn ein weiterer Anbieter in den Ring. Mehr

25.07.2014, 11:24 Uhr | Finanzen
Tierbeobachtung aus dem Weltraum Gestrandete Eisbären gesichtet

Klimawandel und neueste Technik machen es möglich: Die Satellitenbeobachtung der Arktisbewohner vom Weltraum aus kann teure Hubschrauberflüge ersetzen. Mehr

19.07.2014, 21:17 Uhr | Wissen

Andrej Pejic Androgyn war gestern

Model Andrej Pejic ist endlich am Ziel, Papst Franziskus überrascht mit Demut beim Dorsch und Boris Becker verscherzt es sich mit Buddhisten – der Smalltalk. Mehr 5

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden