In den Sommermonaten Juli und August werden in Deutschland die meisten Kinder geboren. Im Juli 2001 kamen 66.373 Kinder auf die Welt und im August 65.577, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dies seien jeweils rund neun Prozent der jährlichen Geburten. Am geringsten seien die Geburtenzahlen in den Monaten November (57.174) und Dezember (57.300) mit je knapp acht Prozent der Geburten gewesen.
Während sich der Trend bei den geburtsschwachen Monaten in den vergangenen rund 50 Jahren kaum verändert habe, seien die Sommermonate Juli und August erst seit Beginn der 80er-Jahre die geburtenstärksten Monate. Zuvor waren den Angaben zufolge die meisten Kinder in den Frühjahrsmonaten März und Mai geboren worden.
Bessere Planung?
Ursachen für diese Entwicklung nannte das Statistische Bundesamt nicht. „Es ist schwer zu sagen, womit dies zusammenhängt", hieß es bei der Behörde in Wiesbaden. Möglicherweise spiele es eine Rolle, daß Familien durch Empfängnisverhütung wie der Anti-Baby-Pille ihre Kinderwünsche besser planen könnten als in der Vergangenheit.
Auch der nordrhein-westfälische Landesverband der Beratungsorganisation pro familia bezeichnete eine Interpretation der Geburtenzahlen als schwierig. Es gebe dazu keine wissenschaftlichen Studien und auch ein konkreter Vergleich etwa mit der Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen fehle. Deshalb könne man wohl nur versuchen, mit dem gesunden Menschenverstand die starken Geburten im Sommer zu erklären. „In den dunklen Monaten wird im Bett mehr gekuschelt", hieß es dazu mutmaßend.