Nur wenige Stunden nach einem starken Erdbeben im Westen Mexikos hat es vor der Küste des Landes einen noch stärkeren Erdstoß gegeben. Ein Beben der Stärke 6,9 habe sich vor der Pazifikküste Mexikos ereignet, teilte das amerikanische Erdbebenzentrum am Donnerstagmorgen mit. Das Zentrum des Bebens habe etwa 140 Kilometer vor der Stadt Guerrero Negro gelegen. Angaben über mögliche Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht.
Erst in der Nacht zum Mittwoch hatte ein Erdstoß der Stärke 6,5 den Westen Mexikos erschüttert. Sein Zentrum lag rund 42 Kilometer von der Hafenstadt Lázaro Cárdenas entfernt im Bundesstaat Michoacán. Der Erdstoß war bis in die mehr als 320 Kilometer entfernte Hauptstadt Mexiko-Stadt zu spüren. Dort schwankten Hochhäuser und Hochspannungsmasten, Menschen liefen in Angst auf die Straßen. Opfer oder größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.
Die Gefahr des pazifischen Feuerrings
In der Region hatten sich in jüngster Zeit eine Reihe von Beben ereignet. Bei einem Erdstoß der Stärke 7,4 waren Ende März zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden, tausende Wohnungen wurden beschädigt. Seitdem wurden hunderte Nachbeben im Südwesten und dem Zentrum Mexikos registriert.
Große Teile Mexikos liegen auf dem so genannten pazifischen Feuerring. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt und fast die gesamte Pazifische Platte umschließt, stoßen mehrere Erdplatten aneinander. Diese sind ständig in Bewegung, weshalb es häufig zu heftigen Erdstößen und Vulkanausbrüchen kommt. 1985 starben bei einem Beben der Stärke 8,1 vor der mexikanischen Pazifikküste mindestens 6000 Menschen.