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Springaffen im Amazonas Kaum entdeckt, schon eine bedrohte Art

 ·  Rebellenkämpfe behinderten lange Zeit den Besuch der kolumbianischen Region Caquetá. Nach deren Ende erforschen Wissenschaftler die Artenvielfalt rund um den Amazonas. Bei einer Expedition entdecken sie eine neue Springaffenart.

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Mit ihrer unschätzbaren Artenvielfalt sind die tropischen Regenwälder rund um den Amazonas immer wieder für Überraschungen gut. Bei einer Expedition in Kolumbien nahe der Grenze zu Ecuador und Peru sind Forscher um Thomas Delfer von der Nationalen Universität Kolumbiens in Bogotá unlängst auf diesen seltsamen Baumbewohner gestoßen, bei dem es sich offenkundig um eine neue Art eines Springaffen (Callicebus) handelt. Das schließen die Forscher aus einigen Körperauffälligkeiten, wie sie in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Primate Conservation“ berichten.

So weist das katzengroße Tier zwar viele für Callicebus charakteristischen Merkmale auf wie den recht langen Schwanz oder das dichte und weiche rötliche Fell. Ihm fehlen aber die typischen weiß gefärbten Füße. Zudem ist das Fell oberhalb der Stirn grau statt weiß, wie es für viele verwandte Springaffenarten typisch ist.

Seit 2008 wurden dreizehn Gruppen der neuen Springaffenart ausgemacht

Callicebus caquetensis, wie Delfer und seine Kollegen die neue Springaffenart bezeichnen, lebt offenkundig nur in der kolumbianischen Region Caquetá. Diese konnte lange Zeit nicht bereist werden, da dort Rebellengruppen immer wieder ihr Unwesen trieben. Als vor drei Jahren die Gewalttätigkeiten aufhörten, konnten auch Delfer und seine Kollegen Caquentá gefahrlos betreten. Zu Fuß und ausgerüstet mit Satellitennavigation haben die Forscher seit 2008 dreizehn Gruppen der neuen Springaffenart ausgemacht. Die tagaktiven Baumbewohner, die mit ihren starken Hinterbeinen mühelos von einem Ast zum anderen springen können, verrieten sich häufig mit ihren morgendlichen Gesängen, mit dem sie ihre Territorien markieren.

Kaum entdeckt, zählt Callicebus caquetensis, die wie die meisten Springaffen ein Leben lang monogam lebt, schon zu den bedrohten Arten. Nur etwa 250 Exemplare, so schätzen Delfer und seine Kollegen, leben noch im Tropenwald – eine gesunde Population zählt normalerweise Tausende Tiere. Intensive Waldrodungen zur Gewinnung von Ackerland bedrohen den Lebensraum. Für die Tiere ist es zu gefährlich und unmöglich, ein neues Domizil zu suchen. Ausgedehnte Grassavannen und Stacheldrahtzäune versperren die Wege.

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Jahrgang 1962, Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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