26.08.2004 · Einmal im Jahr färben sich die Straßen der spanischen Kleinstadt Buñol rot. Denn beim traditionellen Fest „tomatina“ bewerfen sich Einheimische und Touristen mit überreifen Tomaten.
Eine Straßenschlacht mit Tomaten haben sich 40.000 Menschen beim Fest „tomatina“ in der ostspanischen Kleinstadt Buñol bei Valencia geliefert. Nie zuvor waren an der traditionellen Tomatenschlacht so viele Menschen beteiligt. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Verletzte gegeben, dieses Jahr soll das Spektakel ohne Zwischenfälle abgelaufen sein. Um die 130 Tonnen überreifer Früchte in die Kleinstadt zu bringen, waren fünf Lastwagen nötig.
Die spärlich bekleideten Teilnehmer konnten sich eine Stunde mit den glitschigen Früchten bewerfen. Damit niemand verletzt wird, müssen die Tomaten gemäß den Sicherheitsvorschriften vor dem Wurf zerdrückt werden. Kein Besucher und keine Wand blieben von der roten Brühe verschont, auch nicht das Rathaus. Die Spuren der Tomatenschlacht beseitigten die Teilnehmer dann im Fluß und unter extra im Freien angebrachten Duschen.
Legenden über den Ursprung des Festes
Der Ursprung der „tomatina“ ist unklar. Eine Legende besagt, daß im Hungerjahr 1944 ein politischer Streit unter Nachbarn mit einer Tomatenschlacht ausgetragen worden sein soll. Eine andere Anekdote handelt von Jugendlichen, die sich in den 50er Jahren über einen Straßenmusiker lustig gemacht und ihn mit Gemüse beworfen haben sollen. Der Musiker soll zurückgeworfen und so die erste „tomatina“ entfacht haben. Die Bevölkerung setzte sich gegen die Gemeinde durch, die das Fest zunächst verboten hatte. Das Spektakel ist seit 1970 zur internationalen Attraktion geworden. Es findet jedes Jahr am letzten Mittwoch im August statt.