04.12.2002 · Begleitet wurde das Spektakel an vielen Orten von Trommelrhythmen und folkloristischen Tänzen.
Zehntausende Schaulustige haben am Mittwoch zwischen Angola und Mosambik ihre Schutzbrillen zurecht gerückt, um die zweite totale Sonnenfinsternis im südlichen Afrika in anderthalb Jahren zu beobachten. Auch in Australien haben zehntausende das Spektakel am Himmel beobachtet.
Bei teilweise bedecktem Himmel erlebten die Schaulustigen in Afrika vor allem im Krüger-Nationalpark und der südafrikanischen Grenzstadt Messina das seltene Himmelsschauspiel, das den Tag zur Nacht machte. Astronomie-Fans aus Deutschland, Österreich, Spanien und Italien hatten gemeinsam mit Kollegen von der Nasa schon am Vorabend ihre Teleskope ausgerichtet, um die über dem Nationalpark 80 Sekunden dauernde Sonnenfinsternis zu sehen.
Feiern zur Sonnenfinsternis
Begleitet wurde das Spektakel an vielen Orten von Trommelrhythmen und folkloristischen Tänzen. Viele Schaulustige waren erst in der Nacht im Norden Südafrikas eingetroffen, und hatten in kilometerlangen Autoschlangen neben den Straßen genächtigt. Über Zwischenfälle wurde nichts bekannt. In Großstädten wie Johannesburg, wo der Schatten nur zu 89 Prozent zu sehen war, standen zahlreiche Bewohner mit offenem Mund auf der Straße und starrten durch ihre Schutzbrillen in die Sonne.
Der Schatten des Mondes war am Morgen bei der angolanischen Hafenstadt Sumbe auf den afrikanischen Kontinent getroffen. Nach einer halben Stunde verließ der 60 Kilometer breite Schatten Afrika und wanderte weiter Richtung Australien, wo bei dem Ort Ceduna ebenfalls Zehntausende warteten. In Europa ist das Phänomen nicht zu sehen.
Australien im Sonnenfinsternisfieber
In Australien verteilten sich mehr als 50.000 Schaulustige auf einen 900 Kilometer langen Streifen im Süden des Kontinents, um das Naturschauspiel zu verfolgen - und das, obwohl der Wetterbericht eine Wolkendecke vorhergesagt hatte. Die war Finsternis dort allerdings nur kurz zu sehen: Für eine halbe Minute wurde es um 19.40 Uhr (10.40 Uhr MEZ) dunkel. Die australischen Behörden sorgten sich unterdessen darum, dass die Zuschauer der Finsternis sich ihre Augen schädigen könnten - und dass vor allem auswärtige Fahrer in der unwirtlichen Wüstenregion Autounfälle erleiden.