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Osiris Rex : Sonde zum Killer-Asteroiden gestartet

  • -Aktualisiert am

Bild: AP

Eines Tages könnte Bennu der Erde gefährlich nahe kommen. Die Nasa will den Asteroiden deswegen ganz genau erforschen, um im Ernstfall Abwehrmaßnahmen ergreifen zu können. Wenn das nicht an Bruce Willis und „Armaggedon“ erinnert...

          Ohne Komplikationen ist am Freitagmorgen eine Trägerrakete des Typs Atlas V vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in den wolkenlosen Himmel über Florida gestartet. An Bord ist die Raumsonde Osiris-Rex, die damit ihre siebenjährige Reise zu dem 500 Meter großen Asteroiden 101995 Bennu und zurück zur Erde begann. Wie die meisten Asteroiden kreist Bennu um die Sonne, kreuzt dabei jedoch von Zeit zu Zeit die Erdbahn.

          Berechnungen zeigen, dass er uns im Jahr 2135 besonders nahe kommen wird. Dabei wird die Gravitation der Erde seine Umlaufbahn verändern, mit Auswirkungen für künftige Begegnungen. Für den Zeitraum zwischen 2175 und 2199 gibt die Nasa die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags von Bennu auf der Erde mit 0,037 Prozent an. Dieser Wert ist zwar sehr klein, macht Bennu aber zum Asteroiden mit dem höchsten derzeit bekannten Impaktrisiko.

          Landung im Touch-and-Go-Verfahren

          Osiris-Rex („Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification and Security-Regolith Explorer“) soll Bennu nach ihrer Ankunft im August 2018 zunächst zwei Jahre umkreisen. Dabei wird sie seine Oberfläche mit mehreren Kameras kartieren und untersuchen. Höhepunkt der Mission wird eine Landung im Touch-and-Go-Verfahren sein: Dabei soll die Sonde für wenige Sekunden über einen etwa drei Meter langen Ausleger auf der Asteroidenoberfläche aufsetzen, mit Stickstoffgas Staub und leichtere Gesteinsbrocken aufwirbeln und als Bodenprobe in einem Gefäß aufsammeln.

          19 Gebäudestockwerke hoch: die Rakete vor dem Start. Bilderstrecke
          19 Gebäudestockwerke hoch: die Rakete vor dem Start. :

          Dann beginnt die Rückreise zur Erde, wo der Probenbehälter im September 2023 in der Wüste von Utah landen soll. Bis zu zwei Kilogramm Asteroidenmaterial erhofft sich die Nasa – die größte Menge außerirdischen Materials, die eine Raumfahrtmission seit Ende des bemannten Apollo-Mondprogramms zur Erde gebracht hat. Man erhofft sich Erkenntnisse für die mögliche Abwehr gegen einen Einschlag sowie Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems. Kohlenstoffhaltige Asteroiden wie Bennu gelten als Fossilien aus der Frühzeit unseres Planetensystems. 2005 war der japanischen Raumsonde Hayabusa erstmals die Rückführung von Asteroiden-Bodenproben zur Erde gelungen. Für die Nasa ist das Unternehmen Neuland.

          Bislang läuft die Mission nach Plan. Eine Stunde nach dem Start löste sich Osiris-Rex über dem Westen Australiens von seinem Transporter. „Die Sonde funktioniert selbständig, und wir kommunizieren mit ihr“, teilte die Nasa mit. Die Solarzellen zur Stromversorgung wurden ausgefahren. In einem Jahr wird uns die Sonde wieder nahekommen. Im Schwerefeld der Erde holt sie dann Schwung für den Weiterflug.

          Quelle: dpa

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