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Herzblatt-Geschichten : Schwierige Frauen, begabte Männer

Man muss noch nicht einmal schwanger sein, damit die Klatschblätter sich ausmalen, wie das Baby aussehen könnte: Prinz Harry mit Freundin Meghan Markle Bild: dpa

Nach der Beerdigung des Königs in Thailand konzentrieren sich die Klatschblätter in dieser Woche wieder auf ihr liebstes Gebiet: Babyspekulationen im britischen Königshaus. Diesmal stehen Prinz Harry und seine Freundin Meghan im Fokus.

          Andere Länder, wir müssen es neidvoll eingestehen, haben prunkvolle Zeremonien einfach besser drauf als wir. Zum Beispiel Thailand, wo nun, nach einem Jahr der Trauerzeit, der verstorbene König Bhumibol beigesetzt wurde, was man sich einiges hat kosten lassen. Zum Beispiel „wurde eigens für die Feuerbestattung von König Bhumibol ein Krematorium mit angrenzenden Pavillons errichtet“, staunt Bunte. „Der gigantische Bau hat neun Türme (für Rama den Neunten).“ Das ist schon ein gewisser Aufwand, wenn man bedenkt, dass die Anlage nicht allzu oft benutzt werden dürfte, aber doch irgendwie angemessen angesichts der Tatsache, dass Bhumibol siebzig Jahre auf dem Thron saß. Von solchen Verhältnissen sind wir Deutschen natürlich weit entfernt, auch wenn Angela Merkel auf dem besten Weg dorthin ist.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Die Urne“, berichtet Bunte weiter, „wurde auf einem 225 Jahre alten Holzwagen von 222 Soldaten vom Großen Palast zum Krematorium gezogen“, was man sich im Prinzip hätte sparen können, denn die Urne war leer – Bhumibol hatte sich gewünscht, in einem Sarg verbrannt zu werden. Hätte er eine Seebestattung vorgezogen, wäre für ihn vermutlich ein eigenes Meer angelegt worden. 77 Millionen Euro hat das Ganze gekostet, 7500 Menschen waren zu Gast, Deutschland ließ sich, Überraschung, durch Christian Wulff vertreten, der sich das Spektakel mit einiger Wehmut angesehen haben dürfte: Sein eigener Abgang als Staatsoberhaupt ist ja damals nicht ganz so majestätisch ausgefallen.

          Abschied von König Bhumibol : Monarchen und Staatsgäste erweisen letzte Ehre

          Kinderwünsche der Royals und Bürgerlichen

          Zum Glück bei bester Gesundheit und jeweils zum dritten Male schwanger sind Madeleine von Schweden und Herzogin Kate. „Bei 1,6 Kindern liegt der EU-Kinderdurchschnitt pro Frau“, schreibt Frau im Spiegel und stellt fest: „Den beiden Royals scheint das nicht zu reichen.“ Ja, hätten sie denn bei 1,6 Kindern aufhören sollen? Ganz andere Gedanken über den Nachwuchs treiben Adel aktuell um. „Prinz Harry und Meghan – Sorgt das erste Baby für eine Sensation?“, fragt das Blatt und zeigt auf seinem Cover ein Foto, auf dem Harry ein kleines Kind herzt. Huch, könnte man sich jetzt denken, das ging aber schnell, und nochmal huch, soll sich die Leserschaft denken – denn das niedliche Kleine hat dunkle Haut und schwarze Flechtzöpfchen.

          „Etwas“, behauptet Adel aktuell, könnten sich die Briten bislang „so gar nicht vorstellen: Eine Queen, die mit einem farbigen Urenkel auf dem Schlossbalkon steht.“ Nein, was für eine groteske Szenerie! Adel aktuell jedenfalls hat flugs recherchiert, dass Meghan Markle eine afroamerikanische Mutter hat, druckt das Foto von Harry mit dem Kind ab, das auf einer seiner Afrika-Reisen entstanden ist, und schreibt: „Die Chancen sind groß – Prinz Harry und Meghan – Kommt ihr Kind farbig zur Welt?“ Und vielleicht sogar gleich mit süßer Flechtfrisur? Dann wollen wir mal die Daumen drücken!

          Das Schauspielerpaar Elena Uhlig und Fritz Karl bekommt demnächst schon das vierte gemeinsame Kind, was Uhlig in Gala wie folgt erklärt: „Ich bin sehr fruchtbar und werde schnell schwanger. Ein Schuss – und Treffer.“ Die Bunte-Frage, ob seine Partnerin in der Schwangerschaft schwierig sei, beantwortet Karl dann auch mit den Worten, er „kenne sie ja die meiste Zeit nur schwanger“. Außerdem sei sie „generell irrsinnig schwierig“, so Karl weiter, wobei er „versuche, mir das schönzureden: Nur die begabtesten Schüler bekommen die schwierigsten Aufgaben.“ Wer eine unkomplizierte Partnerin abbekommen hat, sollte sich also nicht freuen, ist er doch vermutlich total unbegabt.

          Freuen sich über Treffer Nummer vier: Fritz Karl und Elena Uhlig.
          Freuen sich über Treffer Nummer vier: Fritz Karl und Elena Uhlig. : Bild: dpa

          Von Intouch befragt nach seiner idealen Partnerin, erzählt der als „Reality-Star“ vorgestellte Patrick Fabian: „Also abgesehen davon, dass mir mittlerweile das Menschliche und Charakterliche viel mehr bedeutet, stelle ich mir meine Traumfrau optisch wie folgt vor: Körpergröße 1,60–1,74m; sportlich, schlank und dennoch frauliche Kurven (kein zu flacher Po); schöne Augen und Zähne für eine tolle Ausstrahlung!“ Was er noch zu erwähnen vergaß: Body-Mass-Index 19–23; Schuhgröße 37–39; schmale Ohrläppchen. Für Fabians Ausführungen zum Menschlichen und Charakterlichen, das ihm so viel mehr bedeutet, blieb da leider kein Platz mehr.

          Der alte Frauenschwarm Don Johnson befasst sich derweil mit geistigen Fragen: „Buddha sagt, du findest die Perle der Erleuchtung nicht am Strand herumliegen“, erzählt er Frau im Spiegel. „Um die Perle zu finden, musst du Zehntausende von Austern knacken, dir deine Fingernägel blutig schaben, dir deine Nägel abbrechen.“ Wir würden niemals vorgeben wollen, klüger als Buddha zu sein, aber wir würden einfach ein Austernmesser benutzen.

          Frauenschwarm Don Johnson philosophiert über die Erleuchtung.
          Frauenschwarm Don Johnson philosophiert über die Erleuchtung. : Bild: AP

          Vom Buddhismus zum Christentum und zu dessen letzten Fragen. „Ich habe meinem Mann ein Grab geschenkt“, berichtet Hera Lind in Bunte. Ihr Mann, 61 Jahre jung und eigentlich Anhänger der Seebestattung, „fand das verrückt“, so Lind. Dennoch hat sie einen gemeinsamen Grabplatz besorgt, bei einer Wallfahrtskirche oberhalb von Salzburg: „Wenn die Abendsonne scheint und man den Blick ins Tal genießen kann, gibt es keinen schöneren Platz auf der Welt.“ Schade nur, dass die beiden nach ihrem Einzug von der Aussicht nicht viel haben werden. An Stelle von Linds Gatten würden wir uns überdies bang die Frage stellen, was sie uns wohl als nächstes schenkt. Vielleicht ein schönes Krematorium?

          Quelle: F.A.S.

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