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Herzblatt-Geschichten : Vor der Klotür von Brad Pitt

Brad Pitt Bild: AP

Ist Helmut Schmidt der Vater von Franz Josef Wagner? Gebiert Daniela Katzenberger im Stillen? Und warum darf Wayne Carpendale nicht zu Brad Pitt aufs stille Örtchen?

          Das scheint ein neuer Trend zu sein: sich nicht für die Karriere um jeden Preis zu entscheiden, sondern kleine, solide Brötchen zu backen. Es begann mit Jana Beller, „Germany’s Next Topmodel“ 2011, die heute einen Backshop führt, und ging diese Woche weiter mit Sarah (17), die sich schon zu Anfang aus der Klum-Show zurückgezogen hat: „Meine Ausbildung zur Friseurin hat Priorität!“, sagt sie der Bild-Zeitung. Und dann ist da noch Andreas Kümmert, zottelbärtiger Sänger, der den Vorentscheid zum „Eurovision Song Contest“ gewonnen, den Titel aber abgelehnt hat („Ich bin nur ein kleiner Sänger“). Friseur will er aber wohl nicht werden.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein Helmut Schmidt hätte sich solchen Herausforderungen sicher nicht verweigert, er ist stets ein echter Kerl gewesen – „100 Prozent Mann“, wie Theo Sommer einst sagte, und als solcher „kann man nicht treu sein“. Was Schmidt nun ein wenig spät in seinem neuen Buch auch zugegeben hat. Dass seine Loki sich daraufhin von ihm trennen wollte, war für ihn eine „ganz und gar abwegige Idee“, wie es Schmidt in seiner einfühlsamen Art ausdrückt, und es ist ja auch seltsam, auf was für abwegige Ideen betrogene Ehefrauen so kommen.

          Andreas Kümmert: „Ich bin nur ein kleiner Sänger.“

          Deutschland jedenfalls ist bestürzt, allen voran Bild-Moralist Franz Josef Wagner: „Lieber Helmut Schmidt, für Kinder sind Eltern Helden. Dass Eltern Sex haben, wollen Kinder nicht wissen. Ich hasse Ihre Bekenntnisse, dass Sie Ihre Ehefrau Loki betrogen haben.“ Worte, die einen furchtbaren Verdacht wecken: Ist Schmidt am Ende auch noch der Vater von Franz Josef Wagner?

          Die Katze teilt ihr Baby mit der Bild

          Mutter wird bald Daniela Katzenberger, die RTL-2-Selbstdarstellerin („Natürlich blond“, „Natürlich schön“). Sie ist in der 15. Woche, und da ist es natürlich höchste Zeit, der Weltöffentlichkeit via Bild ein Ultraschallfoto zu präsentieren. Von Closer befragt, ob sie sich auch während der Schwangerschaft von Kameras begleiten lasse, antwortet Katzenberger: „Diese tollen Momente in meinem Leben würde ich natürlich gerne teilen, aber es gibt noch nichts Konkretes.“ Vierter Monat, und noch kein Fernsehvertrag? Beunruhigend.

          Erwarten ein Kind: Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis.

          Immerhin hat die werdende Mutter klare Vorstellungen: „Mir ist es sehr wichtig, dass man im Kreißsaal zum Beispiel nicht die ganze Zeit mit der Kamera auf mein Baby draufhält. Eine Geburt ist was Schönes, es muss alles sehr ästhetisch aussehen.“ Wenn wir, Frau Katzenberger, uns mal einmischen dürfen: Klar sind Geburten toll, aber sehr ästhetisch ist das alles nicht. Sehen Sie also zu, dass Ihr Kind vor den Aufnahmen gründlich gereinigt, geföhnt und entknautscht worden ist.

          Katzenbergers Reality-TV-Kollege Robert Geiss wirbt, wie wir einer Bild-Anzeige entnehmen, jetzt für Finanzprodukte. Dort rät der „Kult-Millionär“: „Lassen auch Sie Ihr Geld richtig hart arbeiten.“ Ein bisschen fies ist das ja schon, die armen Kröten arbeiten zu lassen, während man sich selbst vor den RTL-2-Kameras in der Sonne aalt. Wir hingegen machen’s wieder ganz falsch: Unser Geld darf faul auf dem Sparbuch rumliegen, während wir hier schuften müssen.

          Probleme mit dem Reinkommen

          Doch nicht nur wir haben keinen Zugang zu den Reichen und Schönen, auch Semi-Promis wie Wayne Carpendale bleibt manche Tür verschlossen. Er durfte bei einer Party, wie seine Ehefrau Annemarie Frau im Spiegel erzählt, „mal nicht auf die Toilette, weil Brad Pitt gerade drin war“. Der Hollywood-Star wird doch wohl nicht gekokst haben? Oder darf generell keiner rein, wenn Brad mal groß muss?

          Auch Elyas M’Barek hat Probleme, hineinzukommen, und zwar nach Amerika. Bei der Einreise „lande ich jedes Mal im Extraraum. Dabei reise ich immer mit meinem österreichischen Pass“, zitiert In den Schauspieler und schreibt über den Text: „Sein Look ist schuld daran.“ Was so klingt, als müsste M’Barek nur mal eine andere Hose anziehen, um den Ärger zu vermeiden. Oder ist „Look“, In, deine Umschreibung für „Der Mann ist Halbtunesier und sieht auch so aus“?

          Katzenstreu gegen muffige Bücher

          Sprachliche Uneindeutigkeit bietet auch die Sängerin Michelle mit dem Titel ihrer neuen Platte: „Die ultimative Best of Michelle“. Sollen wir „ultimative“ jetzt deutsch oder englisch aussprechen? Kennen Michelle-Fans das Wort „the“ nicht? Und wäre „Das ultimativ Beste von Michelle“ nicht zielgruppenaffiner gewesen? Fragen über Fragen.

          Oliver Pocher und Sabine Lisicki: Ist er sportlicher und sie lustiger geworden?

          Eine weitere stellt Bunte dem mit der Tennisspielerin Sabine Lisicki liierten Oliver Pocher: „Sind Sie sportlicher oder ist Sabine lustiger geworden?“ Lustiger? Durch Pocher? Und weshalb um alles in der Welt, Bunte, nennt deine Reporterin die Sängerin Conchita Wurst „Dalai Lama von Österreich“? Der Dalai Lama hat ja nicht mal einen Bart.

          Und nun zu dir, Goldenes Blatt, und „Omas Tipps“, die uns diese Woche empfehlen, was bei muffig riechenden Büchern hilft: „2 Tassen Katzenstreu in eine Plastikschale geben, Buch hineinlegen und mit Streu bedecken.“ Haben wir gemacht, nur leider riechen unsere Bücher jetzt noch viel muffiger. Da hättest du, Goldenes Blatt, ja wirklich auch dazuschreiben können, dass man von der Plastikschale dann unbedingt auch die Katze fernhalten sollte.

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