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Herzblatt-Geschichten : Da schmunzelt der Bär

Kein sexy Storch, sondern ein waschechter Schmunzelbär: James Franco Bild: AFP

Jeder kennt die Grundzutaten für eine leidenschaftliche Romanze: Drama, Sehnsucht und Erdbeeren. Verzwickt wird es erst, wenn DJ Bobo ins Spiel kommt.

          Da sind uns offensichtlich einige Dramen entgangen, weil wir nicht die Verleihung des Musikpreises „Echo“ verfolgt haben, aber zum Glück haben wir alles nachlesen können. „Helene Fischer – Demütigung vor laufender Kamera“, titelt Neue Welt, obwohl diese gleich vier Preise gewann. Gedemütigt worden ist laut Neuer Welt dann auch nicht Helene, sondern ihr Freund Florian Silbereisen, und zwar von ihr – weil sie in ihrer Dankesrede „nicht eine Silbe“ über ihn verlor. Silbereisen war bei der Gala allerdings gar nicht anwesend, weshalb die Formulierung „vor laufender Kamera“ es nicht ganz trifft. Zumindest lief die Kamera nicht bei ihm.

          Ein strahlendes Lachen trotz des Dramas? Oder gab es gar kein Drama? Oder kein Lachen, aber Drama? Ein dramatisches Lachen? Helene, bitte hilf uns!
          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ganz viele Silben hat beim Echo Andrea Berg verloren, nämlich über ihren Kollegen DJ Bobo, der sie „endlich hat träumen lassen, der es endlich hat Rosen für mich regnen lassen und all diese wunderbaren Dinge“. Woraus Die neue Frau schließt, dass beide einander „verboten nah“ seien, und die Coverstory strickt: „Kann sie nur mit zwei Männern glücklich sein? Der eine bezahlt, der andere erfüllt ihre Sehnsüchte.“ Der, der bezahlt, ist demnach Ehemann Uli, mit dem sie ein Hotel betreibt, welches gerade um ein paar Chalets erweitert worden ist: „Perfekt für frisch verliebte Pärchen“, urteilt Die neue Frau und braucht gar nicht hinzuzuschreiben, an wen sie dabei denkt. Zwinker, zwinker!

          Kann Andrea Berg etwa nur mit zwei Männern glücklich sein? Oder mit drei? Oder vier? Und wo ist eigentlich DJ Bobo auf diesem Bild?

          Manchmal sprechen die Dinge ja von selbst, und sogar sehr laut. Wie im Falle von Katie Holmes, die In zufolge mal was mit Jamie Foxx hatte, dann nicht mehr, bald aber wohl wieder: „Mit diesem Dress gewinnt sie seine Aufmerksamkeit bestimmt zurück. Denn es schreit praktisch: ,Schau her, wie begehrenswert ich bin!‘“ An dieser Stelle ein Rat an das verwaschene Hemd und die alte Jeans, welche wir gerade tragen: Ihr haltet mal schön die Klappe.

          Freilich kann sich bei In nicht nur die Kleidung, sondern auch der Körper äußern, zum Beispiel bei Heidi Klum und ihrem Lover Vito: „,Wir gehören zusammen!‘, schreit ihre Körpersprache.“ Apropos: In Klums Topmodel-Show ist gerade die Kollegin Toni Garrn zu Gast gewesen, worüber sich manche Kandidatin gefreut hat. „,Es war eine Riesen-Ehre, weil man so einen Promi sonst nie kennenlernen kann‘, meint Sandy zu In.“ Äh, Moment, und was ist mit Heidi Klum? Wir wagen mal die Prognose: Sandy gewinnt die Staffel nicht.

          Hier sprechen die Körper noch selbst: „Wir gehören zusammen!“, schreien sie bei Heidi Klum und Vito Schnabel.

          „Wenn ich nicht weiterfärbe, sehe ich aus wie ein Stinktier“

          Zwei Siegerinnen, und zwar des Dschungelcamps, lädt Bunte zum Gespräch. Désirée Nick behauptet: „Maren und ich haben das Dschungelcamp von seinem Schmuddelimage befreit.“ Und zwar deshalb, weil sie als Kandidatinnen weder Schulden gehabt hätten noch auf Alkoholentzug gewesen seien. Maren Gilzer ergänzt: „Wir wurden auch nicht vom Bachelor verschmäht.“ Heißt das, beide hatten was mit ihm? Nick sagt dann noch, Gilzer und sie hätten die Sendung auch vom – wir zitieren nur – „Vaginalbusiness befreit. Man kann auch gewinnen, wenn man nicht blankzieht.“ Aber verleiht sie der Bunten mit solchen Wörtern nicht ein Schmuddelimage?

          Désirée Nick kann stolz auf sich sein: Sie hat das Dschungelcamp „vom Vaginalbusiness befreit“.

          Aus anderen Trash-Shows kennt man Daniela Katzenberger, die nun im fünften Monat schwanger ist, sich jedoch weiter blondieren lässt: „Wenn ich nicht weiterfärbe, sehe ich aus wie ein Stinktier“, gesteht sie Closer. „Ich weiß, dass mich viele dafür hassen. Aber ich stehe in der Öffentlichkeit. Werde fotografiert und gefilmt und möchte mich wohl fühlen.“ Während andere Frauen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, sich ja während der Schwangerschaft für neun Monate in ihren Bau zurückziehen.

          Das führt uns zu Norbert Körzdörfer, Tier-Experte der Bild-Zeitung, der die Stars, die er trifft, gern mit Fröschen oder sexy Störchen vergleicht. Auch beim Treffen mit James Franco bleibt er sich treu und schreibt: „Wie ein Bär fällt er schmunzelnd in den Sessel.“ Ein schmunzelnder Bär, Körzdörfer? Da lachen doch die Hühner!

          Schlagersänger und ihre Erdbeeren

          Viel mehr als nur geschmunzelt hat gerade Schwedens Kronprinzessin Victoria: „Freudige Überraschung“, titelt Das goldene Blatt, was natürlich insinuieren soll, dass sie wieder schwanger sei. „Sie könnten vor Glück die Welt umarmen! Victoria (37) und Daniel (41) sind im absoluten Freudentaumel“, lesen wir dann, und warum? „Während ihres ersten Staatsbesuchs in Südkorea nannte der dortige Premierminister die Kronprinzessin und ihren Mann ein Vorbild für viele andere. Was für eine freudige Überraschung! ,Als Victoria das hörte, war sie ganz gerührt und hatte Tränen in den Augen‘, berichtete eine Hofdame.“ Für eine Monarchin scheint uns das eine übertrieben emotionale Reaktion.

          Kehren wir zum Schluss noch mal zurück zum Musikgeschäft. Mary Roos’ Tournee steht unter dem Motto „Nutten, Koks und frische Erdbeeren – die Geschichte des deutschen Schlagers“. Der Satz, so Roos zum Neuen Blatt, „stammt von meinem Kollegen Heino, der damit ein bisschen die Allüren der Schlager-Kollegen auf die Schippe nimmt“. Interessant, dass uns Heino hier mal die Augen öffnet, das hätten wir nämlich nicht gedacht – dass Schlagersänger so auf frische Erdbeeren stehen.

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