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Herzblatt-Geschichten : Sylvie und der Liebesschuft

„Jemand in ihrem Umfeld verrät sie an die Paparazzi“: Guillaume Zarka mit seiner damaligen Freundin Sylvie van der Vaart. Bild: dpa

„Irgendjemand in ihrem Umfeld verrät sie an die Paparazzi“, sagt Sylvie van der Vaarts Ex-Freund im Boulevard-Interview. Ob es besser ist, wenn man als Altlast des deutschen Fernsehens nach Afrika entsorgt wird? Oder Giraffen „Kerstin“ taufen muss?

          Ein fragwürdiger Trend: Altlasten des deutschen Trash-Fernsehens in Afrika zu entsorgen. Nach RTL schickt nun Pro Sieben einen Haufen Castingshow-Veteraninnen mit überdimensionalen Lippen, Brüsten und Egos auf Safari. Mit dabei ist Janina Youssefian, die Frau, wie uns Bild freundlicherweise in Erinnerung ruft, „die Dieter Bohlen (59) vor 13 Jahren in einem Teppichladen verführte“. Was sie seitdem gemacht hat? „Ich war viel im Ausland“, erklärt sie. „Dort gelte ich als geile Granate. Nur in Deutschland bin ich immer noch das Teppich-Luder.“ Da ist es gut, dass in der tansanischen Steppe, die sie nun für Pro Sieben durchstreift hat, eher wenige Teppiche herumliegen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Harte Worte für ihre Safari-Konkurrenz findet in Intouch Sabrina Lange, „Big Brother“-Kandidatin des Jahrs 2000: „Ich hatte das Gefühl, dass es vielen nur darum geht, berühmt zu werden!“ Ein erschütternder Vorwurf, den Tessa Bergmeier (“Germany’s Next Topmodel“, „Frauentausch“, „Die Alm“, „Die Model-WG“, „Das große Sat1-Promiboxen“) von sich weisen kann. Obwohl sie nämlich, wie In schreibt, „als Model im Ausland gut gebucht ist und als Schauspielerin durchstarten will, möchte sie wieder zu den Masai. ,Um dort Brunnen zu bauen und nachhaltig etwas zu tun’.“ Lobenswert, nur: Zählten wir zum stolzen Volk der Masai, wir würden uns von deutschen Möchtegern-Models keine Brunnen bauen lassen.

          Brooklyn Beckham und Helikopter-Mutter Victoria
          Brooklyn Beckham und Helikopter-Mutter Victoria : Bild: AP

          In einer ganz anderen Liga, auch finanziell, spielt Victoria Beckham. „Zum Elternsprechtag ihres Sohns Brooklyn“, weiß Bunte, „flog die Modeschöpferin unlängst mit einem Hubschrauber aufs Schulgelände!“ Damit darf man Frau Beckham zur jüngst entdeckten Spezies der Helikoptereltern zählen. Die auf Formentera urlaubende Kate Moss wiederum, petzt Frau im Spiegel, schickte „ihren Chauffeur per Flieger nach London, um ihre elektronischen Zigaretten von zu Hause zu holen. Kosten für den Glimmstengel-SOS-Einsatz: 2300 Euro!“ Dass es kein Bier auf Hawaii gibt, war bekannt. Jetzt wissen wir auch: Es gibt keine elektronischen Zigaretten auf Formentera.

          Einige Zeit abwesend, aber wieder zurück ist Prinz Philip: „Fast wie ein Wunder! Prinz Philip - Überraschungsauftritt mit 92!“, staunt Die Aktuelle. Philips Termin in Edinburgh war freilich lang angekündigt; überraschend kann sein Auftritt nur für ein Blatt (und dessen Leser) sein, das zwei Wochen zuvor getitelt hatte: „Prinz Philip liegt im Sterben“. Über Schloss Sandringham, wo Philip seinerzeit weilte, schrieb Die Aktuelle: „Der alte Löwe Philip hat sich seine letzte Höhle gesucht.“ In welcher verkriecht sich jetzt Die Aktuelle?

          Von alten Löwen zu jungen Giraffen: Eine solche hat Sarah Connor in einem Tierpark auf den Namen Kerstin getauft. Intouch ist irritiert: „Echt jetzt, Kerstin? Die Sängerin gibt zu, sie selbst hätte ,etwas Ausgefalleneres’ gewählt.“ Schon klar, Connors jüngstes Kind heißt ja Delphine, was für eine Giraffe aber doch recht unpassend wäre.

          Sie hätte lieber etwas ausgefalleneres gewählt: Sarah Connor tauft die Giraffe Kerstin.
          Sie hätte lieber etwas ausgefalleneres gewählt: Sarah Connor tauft die Giraffe Kerstin. : Bild: dpa

          Auf den Namen „Liebesschuft“ tauft Bild, völlig zu Recht, Guillaume Zarka, der eine Kurzzeit-Romanze mit Sylvie van der Vaart hatte und nun in Closer sagt: „Einige Geschichten sind es wert, erzählt zu werden.“ Zarkas Geschichte dürfte Closer ziemlich viel wert sein, hat man ihn doch „fern seiner Pariser Wohnung, die mittlerweile zu sehr umlagert wird“, in Denver getroffen. Das „große Exklusiv-Interview“ über die „Affäre des Jahres“ streckt man nun über zwei Ausgaben, denn Zarka hat viel Intimes zu erzählen. Während der Opernaufführung etwa sei Sylvie eingeschlafen, aber immerhin „ganz entzückt von der goldenen Decke des Gebäudes“ gewesen.

          “Ich bin fest davon überzeugt“, fährt Zarka fort, „dass Sylvie in ihrem Umfeld jemanden hat, der sie an die Paparazzi verrät.“ Pfui aber auch! Zarka selbst verrät Closer dann noch, dass Sylvie „leer und einsam“ sei. Und sinniert: „Wenn du eine Flasche hast, die halb leer ist, dann kannst du sie umdrehen und sie bleibt halb leer.“ Wir würden eher drauf wetten, dass sie hinterher ganz leer ist, und können den Mann nicht für voll nehmen. Sylvie selbst hat in Bild Zarkas Erzählungen als „reine große Lüge“ bezeichnet: „Gut, dass er weg ist.“ Wir hingegen fürchten: Der bleibt noch eine ganze Weile.

          Ein solcher Rosenkrieg bleibt Christine Neubauer und José Campos hoffentlich erspart. Unser erschlanktes Vollweib reüssiert inzwischen auch als Künstlerin: „Ich male gerade sehr intensiv Frauen, Menschen und Emotionen“, erzählt sie dem Goldenen Blatt. Nicht nur Frauen, sondern auch Menschen - das ist in der Tat vielseitig. Oder meinte sie Menschen, Tiere, Sensationen? Als Gala fragt, wie sie mit Josés medialen Etiketten als „Latin Lover“ oder „feuriger Chilene“ umgehe, sagt Neubauer: „Das ist halt das typische Klischee, das hervorgeholt wird. Aber, ach, darüber können wir schmunzeln.“ Erstaunt hat uns da ein wenig, dass Campos und Neubauer in der großen Gala-Fotostrecke als Indianerhäuptling und Squaw in Kriegsbemalung posieren. Aber, ach, wir haben darüber geschmunzelt.

          Quelle: F.A.S.

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