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Herzblatt-Geschichten : So jung und unerfahren

Weint Helene Fischer? Oder lacht sie? Oder singt sie etwa? (Hoffentlich nicht.) Bild: REUTERS

Wenn Promis lachen, weinen die Klatschblätter. Aktuell bereitet besonders Helene Fischers Glück Sorgen. Und Leonardo DiCaprio ist geradezu anstößig normal! Zum Glück geht Verona Pooth da in die Boulevard-Offensive.

          Das, Frau aktuell, ist ja mal eine tolle Nachricht, die du da verkündest: Helene Fischer lacht. Klein in der Ecke, aber immerhin auf deiner Titelseite ist es zu lesen: „Helene Fischer – Sie lacht!“ Das klingt ein bisschen nach dem Werbespruch „Die Garbo lacht“, mit dem man einst die erste Komödie der göttlichen Greta bewarb, ist aber vielleicht nicht ganz so sensationell – denn Fischer soll ja, anders als damals die Garbo, schon häufiger beim Lachen gesichtet worden sein, zum Beispiel während ihrer Bühnenshows.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Andererseits gibt es schon genug Elend auf der Welt – vor allem auf der Titelseite von Frau aktuell, wie eine kleine Auswahl vergangener Schlagzeilen beweist: „Sie weint!“, „Bittere Tränen!“, „Das tut weh!“, „Es ist so bitter!“, „Es ist alles so traurig!“, „Es ist so furchtbar traurig!“ oder gar „Lieber Gott, nein!“. Illustriert werden die angeblichen Dramen mit Fotos, auf denen die Stars zufällig mal nicht lächeln, müde wirken oder sich die Hand vors Gesicht halten – wie zum Beispiel, vor kurzem: Helene Fischer.

          Das tut so weh! Lieber Gott, nein!

          Weshalb es sich bei der Nachricht, dass sie nun lache, auch um keine normale Meldung handelt, sondern um eine „Klarstellung“ – die Fischer selbst beziehungsweise ihr Rechtsbeistand durchgesetzt hat. Im Heftinneren erfahren wir mehr: „Auf dem Frau aktuell-Titel Nummer 12 meinten wir, Helene Fischer (29) würde weinen und schrieben ,Bittere Tränen um ihre große Liebe‘. Dabei hatte es ihr Freund Florian Silbereisen (32) mal wieder geschafft, seine Liebste so zum Lachen zu bringen. Ja, sie lacht! Sicher wird es auch ihre Fans freuen, dass das Foto Helene Fischer nicht weinend, sondern lachend zeigt.“

          Nicht so sehr gefreut haben dürfte sich Frau aktuell über die Post von Fischers Anwalt. Wir schätzen mal, die Reaktionen dürften eher gewesen sein: Das tut so weh! Lieber Gott, nein! Es ist eine spannende Entwicklung, dass Fischer und Silbereisen, mit deren Gesichtern sich Woche für Woche jedes zweite Klatschheft am Kiosk zu verkaufen sucht, sich nun verstärkt gegen die Berichte zur Wehr setzen.

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          Dieser hier, von Die neue Frau, ist wohl nicht justitiabel, sondern einfach nur doof: „Sie war so jung und unerfahren... Helene Fischer – Skandal-Video entdeckt!“ Nach „eingehender Recherche im Internet“ nämlich ist Die neue Frau auf einen Film gestoßen, bei dem sich Fischer „von einer verruchten Seite zeigt, die wir so noch nie gesehen haben“.

          Das allerdings gilt nicht für die Zuschauer eines MDR-Films über die Sängerin, der 2007 im Fernsehen lief – und den Die neue Frau nun nach „eingehender Recherche“, äh, vermutlich gegoogelt hat. In diesem Film lässt sich Fischer singend und fast komplett mit einem Handtuch bedeckt massieren: verrucht, verrucht! Da dürfte jetzt bei den Stars das große Zittern beginnen, dass Die neue Frau auch ihre Leichen aus den dunklen MDR-Kellern hervorholt.

          Verona überwindet die letzte Barriere

          Eine recht eigene Strategie, mit dem Boulevard umzugehen, verfolgt Verona Pooth: Sie stellt sich und ihre Familie ganz freiwillig dort aus. „Je öffentlicher du dich machst, desto unantastbarer bist du – sowohl für Kritiker als auch für Paparazzi“, versichert sie Bunte anlässlich ihrer Homestory bei RTL. „Mit einem Bekanntheitsgrad von 98 Prozent genieße ich seit langem kaum Privatsphäre, und dass diese letzte Barriere jetzt noch gefallen ist, ist für uns ein Stück neu gelebte Freiheit.“

          Das ist gut zu hören, denn wir hatten schon befürchtet, die RTL-Show sei nur Veronas Versuch gewesen, die langsam doch etwas bröckelnden Bekanntheitswerte hochzuhalten. Über ihren Mann Franjo sagt Verona übrigens, seine „romantischste Geste war wahrscheinlich, als er mir seinerzeit den Kosenamen ,Asanti‘ verpasste – nach seinen Autofelgen“. Da hat sie ja noch Glück gehabt, dass Franjo keine andere Marke bevorzugte, etwa „Barracuda“ oder „3SDM“. Oder „Dezent“, aber das hätte zu Verona nun echt nicht gepasst.

          Trockenobst, Kombucha-Tee und Knochenbrüche

          Wir jedenfalls sind wie immer heilfroh, nicht prominent zu sein. Wir würden nicht tauschen wollen mit Leonardo DiCaprio und seiner Model-Freundin Toni Garrn, die Bunte beobachtete, wie sie über einen Markt in Beverly Hills schlenderten: „Dann probierte sie Trockenobst an einem Bio-Stand, während Leonardo Kombucha-Tee kostete.“ Möchte man so leben? Oder möchte man mitmachen bei einer Show wie „Let’s Dance“, über die die frühere Teilnehmerin Nina Bott gegenüber Intouch sagt: „Wir haben uns alle mehrere Knochenbrüche zugezogen“? Tatsächlich, alle bisher siebzig Kandidaten? Das wäre ja ein größeres Lazarett als bei Borussia Dortmund.

          Und schon gar keine Lust hätten wir darauf, unseren auseinanderquellenden Körper permanent mit formender Unterwäsche umspannen zu müssen. „Ich kenne Promis, die ziehen 4 Schummel-Höschen übereinander!“, verrät Designer Guido Maria Kretschmer in Bild. Man sollte nur bedenken, liebe Promis, dass sich irgendwann der erwünschte Effekt umkehrt: Mit 400 Schummel-Höschen übereinander sieht man leider ziemlich dick aus.

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