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Herzblatt-Geschichten : Mit Groll im Bett

Simone Thomalla: Nicht schmallippig, wenn es um stutenbissige Frauen geht Bild: dpa

Die Schöne Welt ist auch nicht mehr, was sie mal war. Da schlürfen Freunde einander Tequila aus dem Bauchnabel und die Klatschblätter haben kein Verständnis dafür. Dafür klären sie endlich auf, wer denn nun mit Groll ins Bett geht.

          Dürfen wir Ihnen, Mediengruppe Stegenwaller, einen Rat geben? Überprüfen Sie doch noch einmal die Ausrichtung jener Zeitschrift, die Sie Schöne Welt genannt haben. So nämlich lauten deren aktuelle Titelschlagzeilen: „Catherine – Charlène – Es geht um Leben und Tod – Schock-Nachricht! Wie schützen sie jetzt nur ihre Kinder?“, „Carmen Geiss – Bittere Tränen – Ein Unglück nahm ihr das Liebste“, „Thomas Gottschalk – Dramatische Enthüllung“. Wenn das die schöne Welt ist, wie mag dann die hässliche aussehen? Andererseits kostet das Heft nur 59 Cent, Schöneres kann man dann vielleicht nicht erwarten.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch auch andernorts ist die Welt nicht perfekt. „Kinderbücher schreibende Promis“, weiß Bild, liefern sich einen bösen Streit, mit diesen Sätzen losgetreten von Maite Kelly (Kinderbuch: „Die kleine Hummel Bommel“): „Erst Schmuckdesigner, jetzt Autoren. Die meisten schreiben nicht mal selbst!“ Rocco Stark, Schöpfer von „Der Moppelkönig“, reagierte mit den Worten: „Doofes Gelaber! Zum Kotzen! Lass die Leute doch schreiben“, und Claudelle Deckert (Buch: „Agathe Ugly“) meinte: „Es sind ihr wohl zu viele Bücher auf den Kopf gefallen.“ Was uns dabei irritiert: Kann man denn all diese Leute ernsthaft als „Promis“ bezeichnen? Und wäre es in ihrem Fall nicht sogar besser, wenn sie die Bücher gar nicht selbst schrieben?

          Helene Fischer und Florian Silbereisen verkündeten in dieser Woche, dass sie sich immer immer immer vertragen.
          Helene Fischer und Florian Silbereisen verkündeten in dieser Woche, dass sie sich immer immer immer vertragen. : Bild: dpa

          Unter die Autoren gegangen ist, laut Goldenem Blatt, auch Camilla. „Ganz England ist empört: Man engit einem raffinierten Liebes-Trick will die Herzogin ihren Mann zurückerobern“, lesen wir. „Ihr heimtückischer Plan: Sie will die Öffentlichkeit gegen Charles aufbringen! Deswegen verfasste die Herzogin angeblich unter falschem Namen Leserbriefe an englische Zeitungen. Der Tenor: Ein zukünftiger König, der zwei Mal geschieden ist, wäre für England untragbar!“ Wie aber, Goldenes Blatt, ist ganz England Camilla auf die Schliche gekommen? Hatte sie Tintenkleckse an den Händen? Hat sie aus Versehen den Briefkopf des Palastes verwendet?

          Einem anderen Adligen auf die Schliche gekommen will Das neue Blatt sein: Alexander zu Schaumburg-Lippe ist einer Dame nah gerückt, die nicht seine Frau, sondern eine brasilianische Moderatorin ist. Das Beweisfoto beschreibt das Heft wie folgt: „Ihre Köpfe berühren sich zärtlich. Sie schließt verträumt die Augen, sein Blick ruht auf ihren sinnlichen Lippen.“ Erstaunlicherweise hat Das neue Blatt einen Kommentar des Prinzen bekommen: „Die Tatsache, dass ich Stirn an Stirn mit ihr zu sehen bin, sagt gar nichts.“ Oder sie sagt, wenn wir zu Hilfe eilen dürfen, dass beide einfach unglücklich mit den Köpfen zusammengestoßen sind.

          Wo ist den Roooooooobert? Die Zeitschrift „Schöne Welt“ beantwortet hoffentlich auch diese Dauerfrage aus dem Leben von C-Promi Carmen Geiss (übrigens bekannt durch eine Reality-Show im TV)
          Wo ist den Roooooooobert? Die Zeitschrift „Schöne Welt“ beantwortet hoffentlich auch diese Dauerfrage aus dem Leben von C-Promi Carmen Geiss (übrigens bekannt durch eine Reality-Show im TV) : Bild: dpa

          Nur gute Freunde sind auch der Schwarzenegger-Sohn Patrick, eigentlich mit Miley Cyrus zusammen, und die junge Frau, mit der er in Mexiko gesichtet wurde. „Der 21-Jährige schlürft sogar Tequila aus dem Bauchnabel seiner weiblichen Begleitung“, petzt Intouch. Aber ist es nicht gerade das, was wahre Freundschaft ausmacht, dass man den anderen auch mal aus einer misslichen Lage befreit, und sei es vom Tequila im Bauchnabel?

          Anlass zum Jubel bietet unser deutsches Traumpaar. „Helene Fischer – Hurra! Es ist so weit!“, titelt Echo der Frau, bezieht sich dann jedoch nur auf die Verleihung eines Musikpreises. „Helene & Florian – Hurra! Die überraschende Glücks-Nachricht!“, titelt wiederum Das goldene Blatt. Die Glücks-Nachricht ist, dass Silbereisen gesagt hat: „Wir gehen nie mit Groll ins Bett.“ Während andere das ja durchaus tun. Im deutschen Telefonbuch gibt es knapp 1700 Einträge für Personen mit dem Namen Groll, die hoffentlich nicht allesamt allein ins Bett gehen müssen.

          Camilla, hier in trauter Einigkeit neben Prinz Charles, soll einen gefälschten Leserbrief geschrieben haben
          Camilla, hier in trauter Einigkeit neben Prinz Charles, soll einen gefälschten Leserbrief geschrieben haben : Bild: dpa

          Was aber läuft bei Birgit Schrowange? „Hat sie ihr Herz an einen Frauenhelden verloren?“, sorgt sich Die neue Frau: „Es war wohl das, was man einen magischen Moment nennt, als sich ihre Blicke zum ersten Mal trafen – als sich die schöne Moderatorin und der einst mächtigste Mann der Welt tief in die Augen sahen. Und obwohl sie von so vielen Menschen umgeben waren, schien niemand zu bemerken, was sich da gerade zwischen der deutschen TV-Frau und dem grauhaarigen Amerikaner anbahnte.“ Letzterer ist kein Geringerer als Bill Clinton, den Schrowange mal bei einer Gala traf: „Kein schöner Mann, aber mit Ausstrahlung. Ich kann verstehen, dass Frauen auf ihn fliegen.“ Daher würde es Die neue Frau „nicht wundern, wenn wir sie bald Arm in Arm mit Bill Clinton sehen würden.“ In deinem Fall, Neue Frau, würde es uns auch nicht wundern, wenn du weiße Mäuse siehst. Der arme Bill aber wird demnächst seiner Hillary verzweifelt zu versichern suchen: „I did not have sexual relations with that woman, Miss Schrowi... uh, Miss Schrouwängi.“

          Dieser Artikel ist aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
          Dieser Artikel ist aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

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          Unglaubliche fünfzig Jahre wird bald Simone Thomalla, die Bunte mitteilt: „Mir fehlt das Stutenbissigkeits-Gen. Vielen Frauen leider nicht. Das macht hässlich und schmale Lippen.“ Doch ist, Frau Thomalla, so eine Aussage nicht etwas stutenbissig? Womit wir keinesfalls sagen wollen, dass Sie hässlich seien. Und schmale Lippen haben Sie schon mal gar nicht.

          Quelle: F.A.S.

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