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Herzblatt-Geschichten : Strahlkraft für die Kuh

Generalstabsmäßig durchgeplant: die Deutschlandreise von Willem-Alexander und Máxima der Niederlande Bild: Reuters

In dieser Woche bewegten den Boulevard mal wieder die Irrungen und Wirrungen der Liebe: Prinzessin Máxima entfachte die Liebe der Hamburger, Anton Hofreiter vergöttert seine Haare und Sarah Wagenknecht ein Alphatier.

          Jetzt leiden sie wieder alle unter Frühwehen. Ein paar Schlagzeilen der Woche: „William & Kate – Hurra! Das Baby!“, titelt Das goldene Blatt, „William & Kate – Süße Fotos – Baby-Jubel“, verkündet Echo der Frau, und Neue Welt macht auf mit: „Ja! William & Kate – Ihr süßes Baby verzaubert alle“. Klein neben dem glücklichen Paar: das Foto eines Babys. Keine Sorge, Sie haben nichts verpasst, der royale Nachwuchs schlummert noch in Mamas Bauch. „Ganz England“ nämlich, klärt Das goldene Blatt auf, jubelt lediglich „voller Vorfreude“, die „süßen Fotos“ im Echo der Frau zeigen die schwangere Kate, und das Babyfoto auf dem Neue-Welt-Cover ist bald zwei Jahre alt und zeigt den Erstgeborenen George.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein wenig im königlichen Glanz sonnen durfte sich das kühle Hamburg. Máxima der Niederlande war da und, doch das interessiert die Leute weniger, auch ihr Gatte, und Bunte enthüllt das „System hinter ihrer Lässigkeit“. „Jeder Schritt in jedem Raum“, lesen wir, „wurde wochenlang geplant“: Musste das Königspaar also daheim wochenlang probegehen? Die Hofdame Lieke Gaarlandt-van Voorst van Beest jedenfalls lobt ihre Vorgesetzten: „Beide sind sehr interessiert und wollen alles genau wissen. Ihr Gedächtnis ist sehr gut.“ Wir hingegen hätten schon Mühe, uns den Namen der Hofdame zu merken.

          Dieser Artikel ist aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
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          Doch auch die Besuchten haben sich intensiv vorbereitet, wie Bunte berichtet. „Gerold Rahmann, 52, vom Thünen-Institut Wulmenau, wo sich das Paar über ökologischen Landbau und Tierhaltung informierte: ,Mit der Planung dieses einstündigen Besuchs waren mehrere Mitarbeiter ein Jahr beschäftigt. Aber das war es wert: Máxima verleiht unserem Institut und der Holstein-Friesischen Kuh Strahlkraft.‘“ Es wäre nur gerecht, wenn ein wenig von der Kuh auch auf Máxima zurückstrahlte. Aber sagen Sie, Herr Rahmann, sucht Ihr Institut noch Mitarbeiter? Wir würden uns da wohlfühlen, gestern Morgen etwa haben wir uns vier Stunden auf die Mittagspause vorbereitet.

          Nachteil Lafontaine: Nach dem Ehe-Aus von Gerhard Schröder und seiner Doris - lag es etwa an der Jogginghose? - hat der Ex-Bundeskanzler wieder die Nase vorn, was die Zahl gescheiterter Ehen betrifft.

          Einer, der auch mal als kleiner König galt, hat in seinem Reich geordnete Verhältnisse geschaffen: Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht haben geheiratet. „Für Wagenknecht ist es die zweite Ehe, für Lafontaine die vierte“, weiß die fachkundige Bunte, „damit zieht er mit Intimfeind Gerhard Schröder gleich.“ Prompt wird, nach Redaktionsschluss der Bunten, bekannt, dass Schröder sich von seiner Doris getrennt hat – und damit an Lafontaine wieder vorbeigezogen ist. Diese Alphatiere!

          Finger weg von Jogginghosen

          Ob beim Ende von Schröders jüngster Ehe, wie angeblich bei jener davor, ein Currywurstverbot eine Rolle spielte, ist offen. Die Schauspielerin Eva Mendes weiß, dass oft Details den Ausschlag geben: „Ladys, ihr dürft zu Hause nie Jogginghosen tragen! Das ist der Scheidungsgrund Nummer eins“, hat sie laut Bunte gesagt, welche humorlos hinzufügt: „Ach so, und wir dachten schon, das wäre Untreue (wieder was gelernt).“ Am allerschlimmsten aber wäre demnach Untreue in Jogginghosen.

          Hat es nicht so mit „Instrumenten“: Barbara Schöneberger

          Eine ganz andere Einstellung offenbart Barbara Schöneberger: „Alles, was bei Männern zu sehr in Richtung Fashion geht, geht gar nicht“, sagt sie Bunte. Daher habe sie „noch nie eine Affinität zu Männern der Showbranche“ gehabt: „Wenn ich denke, da steht ein Typ, den ich sexy finde und der muss lustige Hosen tragen und offene Schnürsenkel, darf sich nicht zu wild bewegen, damit nichts verrutscht, und spielt den ganzen Tag an seinem Instrument herum – nein!“ Was, liebe Frau Schöneberger, meinen Sie denn in diesem Kontext mit „sein Instrument“?

          Renitente Dschungelqueen

          Eher weg aus Richtung Fashion geht der Grünen-Politiker Anton Hofreiter, legitimer Merkel-Nachfolger, was Debatten über Frisuren angeht: „Ich finde die langen Haare einfach nur schön“, beichtet er Bunte. Deren Reportern legt er für ein Foto nicht nur kumpelhaft die Arme um die Schultern, er rezitiert für sie auch Gedichte und erlaubt ihnen, sein mit rührender Kinderschrift gefülltes Lyrikbüchlein abzulichten. Außerdem posiert er im Botanischen Garten mit Malerkittel an der Staffelei; das entstehende Werk, etwas Grünzeug in naturalistischem Stil, ist nur schräg von der Seite zu sehen, und wir sind versucht zu sagen: Besser so. Dann doch lieber noch mal Katja Suding als Engel für Charlie.

          Bekam von einem seiner Lieder einen Horrortrip: Jürgen Drews. Nur hat er danach aufgehört mit den Drogen, nicht mit der Musik.

          Eine neue Rolle, wenn auch nur in der Serie „Soko Stuttgart“, hat auch Maren Gilzer: Sie spielt nach Bunte-Infos „in der Folge ,Künstlerpech‘ eine Künstlerin, die mit einem Pflanzenschutzmittel vergiftet wird“. Wenn wir dran denken, was Gilzer so alles im Dschungelcamp geschluckt hat, dann prophezeien wir: Sie überlebt.

          Von Giften fern hält sich seit Jahren Jürgen Drews. „Ich habe 1973 mal Hasch geraucht und zufällig mein Lied ,Eine Reise ins Nirvana‘ gehört“, erzählt er der Bild-Zeitung. „Da kam ich auf einen Horrortrip. Danach habe ich keine Drogen mehr angerührt.“ Neugierig geworden, haben wir – freilich ganz unbedröhnt – auch mal reingehört in diesen Song, und wissen Sie was, Herr Drews? Das mit dem Horror, das lag gar nicht am Hasch. Sie dürfen also gern mal wieder einen durchziehen.

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