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Herzblatt-Geschichten : Unterwegs mit den Staubkörnchen

Bankett in der Höhe: Donald Trump mit Melania Trump, Emmanuel Macron und Brigitte Macron auf dem Eiffelturm in Paris. Bild: dpa

Auch diese Woche hat die Klatschpresse exklusive Einsicht in das Leben internationaler Prominenter, unter anderem in das Donald Trumps. Dessen Reise nach Paris ähnelte eher einem Luxus-Trip als einem Staatsbesuch.

          Schon Urlaubspläne gemacht? Wie wäre es mit einer Städtetour nach Paris: Sie werden mit militärischen Ehren am Invalidendom empfangen. Am Nachmittag erwartet Sie eine Dampferfahrt auf der Seine. Der Tag wird mit einem traumhaften Dinner im Restaurant des Eiffelturms ausklingen: Genießen Sie den Blick über das nächtliche Paris, während Ihnen Sternekoch Alain Ducasse ein Sechs-Gänge-Menü serviert.

          Anke Schipp

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Verfolgen Sie am Nationalfeiertag als Ehrengast die Truppenparade auf den Champs-Élysées. Und das alles kostet Sie nichts. Wie? Das Angebot erscheint Ihnen unseriös? Dann schauen Sie doch mal, wie sich der amerikanische Präsident und seine Gattin am Donnerstag und Freitag die Zeit vertrieben haben.

          Wobei es uns schon wunderte, dass diese 5-Sterne-Luxus-Städtereise offiziell als Staatsbesuch ausgewiesen wurde. Andererseits, worüber sollte man mit Trump auch ernsthaft reden? Also lieber gleich Damenprogramm für alle. Da fällt es auch nicht ins Gewicht, dass Trump keine großen Worte zum Klimaschutzabkommen verliert, sondern Emmanuel Macron anerkennend zuraunt, dass seine Gattin sich körperlich ja gut gehalten habe. Leider ging es im Protokoll sofort weiter, sonst hätte die 64-Jährige auf das vergiftete Kompliment natürlich entgegnen können: „And what about you, Donald? No shape. No charm.“

          Sarkozys Glanz im Vergleich mit Macron verglüht

          Wir stellen uns unterdessen die Frage, was wohl Nicolas Sarkozy von dem Glanz und Gloria hält, der Macron umweht. Erinnern wir uns: „Sarco“, der geltungsbedürftige, aber eher glücklose Vorvorgänger des jetzigen Staatspräsidenten. Angesichts der Strahlkraft von Macron wirkt Sarkozy im Nachhinein wie der Eiffelturm während eines nächtlichen Stromausfalls. Geblieben ist ihm die Liebe seiner Frau Carla Bruni, deren erfolgreiche Jahre als Model und Sängerin allerdings auch schon länger zurückliegen. In Bunte kleidet sie ihre Verbundenheit mit dem kleinen Nick in seltsame Worte: Sie seien „wie zwei Staubkörnchen vom selben Weg“. Zwei Staubkörnchen? Ja, das, was man sieht, wenn man seinen Teppich ausklopft.

          Immerhin sind die beiden, äh, Schmutzpartikel seit fast zehn Jahren verheiratet. Darauf hätte seinerzeit vermutlich niemand gewettet. Aber letztlich weiß ja keiner von uns, was das Geheimnis einer langen Ehe ist. Eleanor Coppola kann uns da auch nicht weiterhelfen und sagt in der Bunten zu ihrer 54 Jahre dauernden Ehe mit Francis trocken wie ein Staubkorn: „Gratulation oder Beileid, beides passt.“

          Gratulation oder Beileid? Eleanor Coppola ist mit ihrem Mann Francis bereits seit 54 Jahren verheiratet.
          Gratulation oder Beileid? Eleanor Coppola ist mit ihrem Mann Francis bereits seit 54 Jahren verheiratet. : Bild: AFP

          Von riskanten Ehen und Aktien

          Da stimmt uns schon hoffnungsvoller, was der Schauspieler Horst Janson im Goldenen Blatt als Erfolgsgeheimnis seiner Ehe (35 Jahre) preisgibt: „Ich bin Romantiker. Ich sehe mir gern auch mal den Mond mit meiner Frau an.“ Andererseits glauben wir uns zu erinnern, dass Janson schon mal Privatinsolvenz angemeldet hat, was womöglich die alte Volksweisheit bestätigt: Glück in der Liebe, Pech im Spiel.

          Bild derweil versucht dem Thema mit Prozentrechnung beizukommen und fragte den Börsenexperten Markus Koch: „Was ist riskanter: eine Aktie oder die Ehe?“ Koch macht eine einfache Rechnung auf: „Für 90 Prozent der Deutschen ist eine dauerhafte Lebenspartnerschaft das Lebensziel Nummer eins. Doch jede dritte Ehe wird geschieden. Das Verlustrisiko liegt also bei 33 Prozent!“

          Uwe Ochsenknecht mit Kirsten „Kiki“ Viebrock: „Keinen großen Rummel“ für die Hochzeit.
          Uwe Ochsenknecht mit Kirsten „Kiki“ Viebrock: „Keinen großen Rummel“ für die Hochzeit. : Bild: dpa

          Trotzdem gibt es immer wieder Zocker. Schauspieler Uwe Ochsenknecht zum Beispiel, dessen erste Ehe mit Natascha nach 23 Jahren endete wie die VW-Aktie: im Keller. Diesmal erhofft er sich mit Kirsten „Kiki“ Viebrock einen Werteanstieg. Doch offenbar wollte der Schauspieler das Verlustrisiko minimieren, indem er die Hochzeit auf kleiner Flamme ausrichtete. Wie er Frau im Spiegel verriet, wollte er „keinen großen Rummel“: nur 25 Gäste, Anreise im VW-Bus, standesamtliche Trauung in Zwingenberg, Kreis Odenwald. Das allerdings dürfte in etwa so glamourös gewesen sein wie ein Fernsehabend zu Hause bei den Promi-Rentnern Bruni/Sarkozy.

          Auch bei Jogi Löw, dem Taktik-Fuchs, ging die Spielstrategie nicht auf. Sieht man seine Ehe als Spiel in 90 Minuten an, verlief die zweite Halbzeit enttäuschend. Vorzeitiger Turnier-Abbruch. Löw, der seit 1986 mit seiner Frau Daniela verheiratet ist, gab vor einem Jahr seine Trennung bekannt.

          Wie erfreut waren wir deshalb, als wir in Echo der Frau die Schlagzeile lasen: „Die Jubel-Nachricht! Neues Glück!“ Bei genauer Lektüre erfuhren wir allerdings, dass es sich nicht um eine neue Liebe handelt, sondern den Titelgewinn beim „Confed Cup“ in Russland. Also bleibt Jogi vorerst nur der Fußball-Alltag: Taktiken austüfteln, trainieren, die Jungs auf Trab halten und sie in der Kabine zusammenstauchen, wenn’s mal nicht läuft. Gratulation oder Beileid, beides passt. Immerhin, körperlich sind alle in toller Form.

          Wohin so eilig? Wolfgang Bosbach verließ bei „Maischberger“ die laufende Sendung.
          Wohin so eilig? Wolfgang Bosbach verließ bei „Maischberger“ die laufende Sendung. : Bild: dpa

          Ob das bei Wolfgang Bosbach und Jutta Ditfurth auch der Fall ist, wissen wir nicht. Verbal gesehen, haben die beiden sich bei „Maischberger“ ineinander verkeilt wie zwei Kampfterrier auf der Hundewiese. Dass Bosbach mit 40 Jahren Talkshow-Erfahrung so sensibel reagierte und die laufende Sendung verließ, macht uns nachdenklich. Ist er selbst seiner Dauerpräsenz in den Shows müde? Oder ist er vielleicht nur nach Hause gegangen, um runterzukommen und sich mit seiner Frau Sabine (30 Jahre verheiratet) den Mond anzusehen?

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          Quelle: F.A.S.

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