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Herzblatt-Geschichten : Doch wie gesagt: mein Pony

Scheinen von ihren finanziellen Schwierigkeiten noch nichts zu wissen: Prinz Harry und Schauspielerin Meghan Markle Bild: dpa

Die Klatschpresse sorgt sich um die Finanzierung von Harrys Hochzeit, Lilly Becker erheitert die Gläubiger ihres Mannes – und Schlager-Ikone „Heintje“ verrät, warum er auf eine Welt-Karriere verzichtet hat.

          Manchmal überraschen uns die Herzblätter mit ungewohnter Ehrlichkeit. Auf dem Titelblatt der „Frau im Spiegel“ etwa findet sich ein Foto des Fürstenpaars von Monaco mit seinen Zwillingen und daneben der Hinweis „Fotomontage“. Angesichts der vielen Fotomontagen, die uns die Hefte sonst so vorsetzen, wäre uns diese gar nicht aufgefallen. Am Originalfoto, abgedruckt im Inneren, lässt sich studieren, was der „Frau im Spiegel“ missfallen hat: Der eine Zwilling hatte die Augen geschlossen und wurde ausgetauscht. Außerdem hat man Charlene und Albert näher aneinandergerückt; den britischen Prinzen Andrew, den sie flankieren, hat man wegretuschiert. Und damit eine tolle Schlagzeile verschenkt: „Albert und Charlene – Es steht ein Mann zwischen ihnen“.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch ziemlich knallig ist diese hier: „Fürstin Charlene – Warum? Sie hatte doch alles“, ereifert sich „Die Aktuelle“. Das „Warum?“ bezieht sich dann aber nur auf Charlenes „starres Halblächeln“ bei einem öffentlichen Auftritt, aus welchem „Die Aktuelle“ schließt, dass die Fürstin ungekrönt glücklicher war. Sechseinhalb Jahre nach ihrer Hochzeit kommt das „Warum?“ der „Aktuellen“ allerdings reichlich spät. Starr halblächelnd kennen wir auch die Queen, die jüngst bei einer Gedenkveranstaltung für die Kriegstoten aber ein Tränchen verdrückte – und was das zur Folge haben würde, war ja klar: „Tränen der Angst – Die Queen fürchtet um das Leben ihres Mannes“, schreibt „Das goldene Blatt“, und „Neue Post“ titelt: „Sie weint um ihre große Liebe“.

          Der Pleitegeier zieht seine Kreise

          Ob Prinz Harrys in Bälde erwartete Verlobung und die anschließende Vermählung mit Meghan Markle der Königin wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden? Eher nicht, glaubt man der „Aktuellen“: „Über dieser Hochzeit kreist der Pleite-Geier!“ Angeblich nämlich seien sowohl Meghans Vater als auch ihre Schwester pleite. „Leisten kann sich Meghans Familie die Hochzeitsfeier jedenfalls nicht. Traditionell ist es ja der Brautvater, der die Kosten für den großen Tag der Hochzeit übernimmt...“. Im Ernst, für royale Hochzeiten sollen die armen Angeheirateten aufkommen? Was wird allein schon die weiße Kutsche kosten! Die Lektüre des „Echo der Frau“ freilich tröstet uns. „Ihre Lieblingsblumen für den Braut-Strauß hat Meghan auch schon verraten“, lesen wir. „Auf ihrer Internet-Seite ,Instagram‘ schwärmt sie offensichtlich für Pfingstrosen.“ Also, wenn Meghan tatsächlich die Eigentümerin eines mächtigen sozialen Netzwerks ist, welches viele Milliarden wert sein dürfte, dann sollte es nicht nur für einen schönen Blumenstrauß reichen.

          Plötzlich Ende 60: Die Klatschpresse hat Birgit Schrowange versehentlich um zehn Jahre altern lassen.
          Plötzlich Ende 60: Die Klatschpresse hat Birgit Schrowange versehentlich um zehn Jahre altern lassen. : Bild: LOOS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

          Nicht ganz so begütert ist augenblicklich Boris Becker, der jetzt fünfzig wurde. „Zu seinem Geburtstag schrieb seine Ehefrau Lilly ihrem Mann einen offenen Brief, der „Bunte“ exklusiv vorliegt“, lesen wir, rätseln kurz, wie ein Brief zugleich offen und exklusiv sein kann, und freuen uns dann über die niedliche Anrede „Mein lieber Schatzilein“. Im Brief zählt Lilly auf, was sie Boris alles verdankt: „Emotionale Dinge wie tiefe Liebe und Vertrauen, aber auch Materielles wie luxuriöse Reisen im Privatjet, elegante Designermode, noble Autos, exklusive Veranstaltungen und noch vieles mehr.“ Da werden die Gläubiger gewiss schmunzeln. „In unserer Ehe gibt es noch die klassische Rollenverteilung“, schreibt Lilly ihrem Boris dann noch. „Du bist das Familienoberhaupt und kümmerst dich um alles Geschäftliche, ich mich in erster Linie um unseren Sohn Amadeus und den Haushalt.“ Liebe Beckers: Angesichts der jüngsten Geschäftsbilanzen, die Boris erzielt hat, solltet ihr vielleicht mal ein anderes Rollenmodell erproben.

          Wenn Tiere zum Karrierehindernis werden

          Nicht so sehr mit Zahlen hat es auch die Chefredakteurin der „Frau im Spiegel“, die über Birgit Schrowange schreibt, „mit fast Ende 60 hat die Moderatorin wieder eine neue Liebe gefunden“. Birgit Schrowange ist 59. Zum Ausgleich wird sie weiter hinten als „Fernseh-Ikone“ bezeichnet.

          Auf die kleinen Dinge kommt es an: In einem offenen Brief dankt Lilly Becker ihrem „Schatzilein“ unter anderem für luxuriöse Reisen im Privatjet.
          Auf die kleinen Dinge kommt es an: In einem offenen Brief dankt Lilly Becker ihrem „Schatzilein“ unter anderem für luxuriöse Reisen im Privatjet. : Bild: dpa

          Schlager-Ikone Hein „Heintje“ Simons teilt im selben Blatt mit: „Ich verzichtete auf die Welt-Karriere, weil mein Pony mir so fehlte.“ Kein Geringerer als Elvis Presley nämlich habe ihn, den Kinderstar, einst nach Las Vegas eingeladen, „aber ich wollte sofort nach Hause zu meinem Pony“. Mensch, Heintje! Elvis zu treffen wäre bestimmt toll gewesen, der besaß auf Graceland eigene Stallungen. „Auch bot mir eine US-Plattenfirma einen Siebenjahresvertrag an. Doch wie gesagt: mein Pony.“ Eine traurige Geschichte, fürwahr, aber für uns persönlich erfüllt sie einen guten Zweck: Wann immer unsere Töchter uns anbetteln werden, ihnen ein Pony zu kaufen, können wir jetzt auf Heintje verweisen und erklären, dass wir auf keinen Fall ihre Aussicht auf eine Karriere in Las Vegas gefährden können.

          Und noch von einem weiteren Sänger gibt es schlechte Nachrichten. „Semino Rossi – Erschütterndes Geständnis“, meldet „Echo der Frau“. „,Für mich ist es schwierig, mir so viele Texte in einem Konzert zu merken‘, bekannte der sympathische Sänger. ,Ich habe schon öfter einen falschen Text gesungen, und die Fans machten mich dann darauf aufmerksam.‘ Das ist mal eine Schocknachricht! Sind das etwa schon erste Anzeigen von altersbedingter Vergesslichkeit?“ Doch kein Grund zur Sorge. Wir haben uns nämlich durch Rossis Liederkatalog gearbeitet – und finden: Bei Titeln wie „Alle Rosen dieser Welt“, „Tausend Rosen für Dich“, „Rot sind die Rosen“, „Wenn die weißen Rosen blüh’n“ und „Kleine Rose“ kann man wirklich schon mal durcheinanderkommen.

          Quelle: F.A.S.

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