21.12.2011 · Das Skelett des gut 2,30 Meter großen Mannes steht in einem Londoner Museum. Er starb vor über 200 Jahren. Schon zu Lebzeiten fürchtete er, als Ausstellungsstück zu enden.
Über 200 Jahre nach seinem Tod streitet die Wissenschaft in Großbritannien über eine Seebestattung des sogenannten Irischen Riesen aus einem Londoner Museum. Der gut 2,30 Meter große Charles Byrne, der 1783 im Alter von 22 Jahren gestorben war, habe schon zu Lebzeiten gefürchtet, als Ausstellungsstück des Chirurgen John Hunter zu enden, heißt es in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ vom Mittwoch. Er habe deshalb verfügt, nach seinem Tod im Meer bestattet zu werden. In dem Artikel verlangen der Londoner Medizinethiker Len Doyal und der irische Jurist Thomas Muinzer, den letzten Willen des Verstorbenen zu respektieren.
Der junge Ire Byrne war Ende des 18. Jahrhunderts nach London gekommen und dort wegen seiner außergewöhnlichen Körpergröße berühmt geworden. Hunter habe nach Byrnes Tod einen seiner Freunde bestochen und den Sarg abgefangen, bevor dieser im Ärmelkanal versenkt werden konnte, schreiben die Experten. Dann habe der Chirurg Byrnes Leiche ausgekocht, bis nur noch das Skelett übrig geblieben sei. So sei es zu einer der Hauptattraktionen seiner anatomischen Sammlung geworden, die heute im Hunterian-Museum in London zu sehen ist.
Die Geschichte könne zwar nicht ungeschehen gemacht, aber zumindest „moralisch korrigiert“ werden, meinen die Experten. Schließlich sei die DNA des Mannes entnommen worden und könne für weitere Forschungen genutzt werden. Museumsdirektor Sam Alberti wies diese Forderung zurück. Das Skelett sei für Bildungs- und Forschungszwecke von großem Wert und müsse deshalb erhalten werden und im Museum verbleiben.
NEUGIERDE / FORSCHUNG
Christian Duerig (crigs)
- 23.12.2011, 11:13 Uhr
2wissenschaftler fordern seebestasttung..." welche wissenschaftler
sind hier eigentlich gemeint?
nikolaus hesse (firenzass)
- 22.12.2011, 15:39 Uhr
Empörend!
Max Rapp (maxrapp)
- 22.12.2011, 04:42 Uhr