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Sindy Rössel Ost oder West - „das ist sowas von egal“

08.11.2007 ·  Die Fußball-Weltmeisterschaft muss eine schwere Zeit für Sindy Rössel gewesen sein. „Deutschlandfahnen aus dem Fenster hängen finde ich affig“, sagt sie. Ob jemand aus dem ehemaligen Osten oder dem früheren Westen kommt, hält sie für unerheblich.

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Geboren am 26. April 1989 in Berlin-Hellersdorf, wo sie auch in die 12. Klasse der Leonard-Bernstein-Schule geht. „Nach dem Abitur möchte ich gern ein Austauschjahr machen, vielleicht so ein ,Travel & work‘-Programm absolvieren, um eine neue Sprache zu lernen. Danach würde ich gern studieren, ich weiß noch nicht so genau, was. Medizin würde mich interessieren.

Wichtig ist mir im Leben, glücklich zu sein, und wenn ich mich frage, wie das gehen soll, dann sind es eigentlich die alten Vorstellungen: Ich möchte eine Familie und einen Beruf. Über die DDR haben mir meine Verwandten eher positive Sachen erzählt. In der Schule gehen die Meinungen der Lehrer auseinander. Vieles war gut, aber es gab natürlich auch Schlechtes. Ich glaube, der Charakter der Menschen war besser.

Konkrete Vorstellungen von der DDR habe ich eigentlich keine. Es spielt für mich heute auch keine Rolle, ob jemand aus dem Osten oder aus dem Westen kommt, das ist so was von egal. Politisch bin ich nicht aktiv, ich glaube, ich würde lieber zuhören, als selbst zu bestimmen. Wenn ich eine Meinung habe, trete ich zwar für die ein, aber ich muss sie ja nicht gleich jedem sagen oder zeigen.

Wenn ich etwas ändern könnte, würde ich den Krieg abschaffen. Deutschlandfahnen aus dem Fenster hängen finde ich affig, das muss nicht sein. Materielles ist mir nicht wichtig, ich habe eben irgendeine Jacke an, aber die muss nicht von einer Marke sein. Die Zeit ist irgendwie schneller geworden. Leute kennenlernen, Erfolg haben, alles muss schneller gehen. Und dann sind die Leute gestresst und haben keine Lust mehr, sich die Probleme ihrer Kinder anzuhören.

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