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Silvester : Trotz Terrorwarnungen : Millionen feiern friedlich Silvester

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Die größte Party in Deutschland gab es wie immer in Berlin Bild: AP

Aus Angst vor Terroranschlägen stand der Jahreswechsel weltweit unter dem Zeichen verschärfter Sicherheitsvorkehrungen. Die Silvesternacht blieb meist friedlich. Bei Unfällen mit Feuerwerkskörpern kamen jedoch viele Menschen ums Leben.

          Die Deutschen haben den Jahreswechsel ausgelassen und zumeist ohne größere Zwischenfälle gefeiert. Bei der bundesweit größten Party in Berlin versammelten sich rund eine Million Menschen am Brandenburger Tor und verfolgten dort bei eisiger Kälte ein riesiges zwölfminütiges Höhenfeuerwerk. Wie im Vorjahr wurden deutschlandweit Böller und Raketen im geschätzten Wert von rund 100 Millionen Euro gezündet.

          Weltweit haben Millionen Menschen haben ungeachtet von Terrorwarnungen mit großem Jubel und Feuerwerk das neue Jahr begrüßt. Den Anfang machten die Australier: In Sydney versammelten sich fast eine Million Menschen am Hafen, wo Feuerwerk, Schiffsparaden und Lichtshows den Jahreswechsel prachtvoll begleiteten. Bei der größten Party in Amerika feierten unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen und bei striktem Alkoholverbot rund 750.000 Menschen auf dem Times Square in New York. Die meisten Feiern verliefen friedlich. Bei Unfällen mit Feuerwerkskörpern kamen jedoch etliche Menschen ums Leben, in Frankreich wurden mehr als 200 Autos in Brand gesetzt.

          „Die trockenste Party, die ich je erlebt habe“

          Auf dem Times Square waren die vielen Stoffhüte mit der Aufschrift „Happy New Year“ in leuchtendem Orange unübersehbar - der Farbe der schon seit Tagen geltenden zweithöchsten Terrorwarnstufe „Code Orange“. Der weltbekannte Platz am Broadway war hermetisch abgeriegelt worden, Scharfschützen bezogen in umliegenden Hochhäusern Stellung. Alkohol und Knallkörper waren strengstens verboten. Bürgermeister Michael Bloomberg hatte die Menschen trotzdem aufgerufen, sich von den Terrorwarnungen nicht die Laune verderben zu lassen. „Das ist die trockenste Party, die ich je erlebt habe“, sagte ein Student.

          Leuchtspuren über dem Brandenburger Tor
          Leuchtspuren über dem Brandenburger Tor : Bild: dpa/dpaweb

          Die meisten Toten durch Silvesterknaller gab es auf den Philippinen, dort starben mindestens 28 Menschen. In Dänemark und in den Niederlanden wurden jeweils zwei Menschen durch nicht zugelassene Raketen getötet. Dutzende Italiener erlitten Verletzungen an Gesicht
          und Händen. Bei einem erneuten Explosionsunglück in einer Feuerwerksfabrik in China kamen mindestens neun Menschen ums Leben.

          Spanier verschlingen 1.600 Tonnen Weintrauben

          Fast 500.000 Menschen feierten in Paris auf den Champs-Élysées mit knallenden Champagnerkorken, Feuerwerkskörpern und Hupkonzerten. Touristen aus aller Welt, viele aus Amerika und Japan, trotzten der schneidenden Kälte, um sich von der ausgelassenen Stimmung anstecken zu lassen. Fast 4.500 Polizisten sorgten für Sicherheit. In Straßburg und anderen Städten wurden mehr als 200 Autos in Brand gesteckt.

          In Italien wurde das neue Jahr traditionsgemäß lautstark begrüßt. Die größte Neujahrsparty fand in Rom statt, wo rund 200.000 Menschen um Mitternacht ein Riesenfeuerwerk erlebten. Vor allem in Süditalien wurden Unmengen von Feuerwerkskörpern gezündet. Die Spanier verschlangen zum Jahreswechsel innerhalb von zwölf Sekunden 1.600 Tonnen Weintrauben. Dort ist es in der Silvesternacht üblich, genau um Mitternacht mit jedem Glockenschlag je eine Traube zu essen.

          Keine offizielle Party in London

          Mit einem farbenfrohen Feuerwerk begrüßte London das neue Jahr. Etwa 100.000 Menschen versammelten sich um Mitternacht für das nur wenige Minuten dauernde Spektakel am prächtig beleuchteten Riesenrad am Südufer der Themse. In zahlreichen Städten mußten Straßenpartys wegen heftigen Sturms und Regen abgesagt werden. Auch in der Hauptstadt gab es in diesem Jahr keine offiziellen Partys auf zentralen Plätzen. Sie wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt.

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