Chefdesigner Stefano Pilati verlässt Yves Saint Laurent. Das teilte das Pariser Modehaus am Montag mit. Der 47 Jahre alte italienische Modemacher war 2002 als Nachfolger von Tom Ford zu der im Jahr 1961 gegründeten Marke gekommen, die zum Konzern PPR gehört. Seine Zeit bei Yves Saint Laurent war immer wieder von Rücktrittsgerüchten und der Kritik des Markengründers überschattet, der 2008 verstarb.
Pilati, der in den Neunzigern bei Armani und Prada gearbeitet hatte, trieb für Yves Saint Laurent das Geschäft vor allem mit Schuhen und Handtaschen voran; allein im vergangenen Jahr wuchs der Umsatz um 31,4 Prozent auf 353,7 Millionen Euro. Nun wird er am kommenden Montag während der Prêt-à-porter-Woche seine letzte Kollektion für das Haus präsentieren - und nach Raf Simons’ Abschied bei Jil Sander vermutlich für den zweiten tränenreichen Moment der Saison sorgen.
Nachfolger von Pilati soll nach übereinstimmenden Berichten der 43 Jahre alte Hedi Slimane werden, der in den Neunzigern als Herren-Designer bei Yves Saint Laurent begann, danach Dior Homme mit den schmalen Silhouetten (für die Karl Lagerfeld rund 40 Kilogramm abnahm) zu der wichtigsten Pariser Herrenmodemarke machte und seit 2007 als Fotograf und Künstler unter anderem in Berlin arbeitete.
Es wäre eine doppelte Premiere, denn Damenmode hat der in Paris aufgewachsene Sohn eines tunesischen Vaters und einer italienischen Mutter noch nie entworfen. Auch Raf Simons, dessen mögliche Berufung zu Dior noch in den Sternen steht, hatte als Herrenmode-Designer begonnen und für Jil Sander sogleich auch bei den Damen brilliert.