29.03.2005 · War das Seebeben vor der Insel Nias ein Nachbeben jenes Erdstoßes, der am 26. Dezember die Tsunami-Katastrophe auslöste. Unter dieser Annahme wären Zeitpunkt und Stärke des Bebens ungewöhnlich gewesen.
In Südostasien drohen nach Einschätzung des Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam weitere, möglicherweise auch heftige Nachbeben. In den nächsten Wochen und Monaten müsse mit Beben der Stärke sieben gerechnet werden, schätzt der Potsdamer Seismologe Jochen Zschau. Nach dem schweren Beben Ende Dezember werde die gesamte Region auch in den nächsten ein bis zwei Jahren nicht zur Ruhe kommen. Die Gefahr für schwere Nachbeben nehme aber mit der Zeit ab.
Den Zeitpunkt des Bebens am Montag bezeichnete Zschau als erstaunlich. „Die großen Nachbeben kommen in der Regel unmittelbar nach dem Hauptbeben“, sagte er. Meist sei damit innerhalb weniger Stunden oder Tage zu rechnen. Auch die Stärke von 8,7 nannte er „etwas ungewöhnlich“.
2006 Tsunami-Warnsystem in Betrieb?
Die Arbeit an dem vom (GFZ) in Potsdam entwickelten Tsunami-Frühwarnsystem für den Indischen Ozean läuft unterdessen auf Hochtouren. „Wir gehen davon aus, daß noch in diesem Jahr die ersten Stationen stehen“, sagte Zschau. Allerdings könnten frühestens 2006 Teile des Systems in Betrieb gehen.
Im aktuellen Fall waren die betroffenen Regierungen nach Angaben Zschaus vom Pazifik-Warnzentrum auf Hawaii über eine mögliche Tsunamigefahr informiert worden. Dort könnten allerdings nur Aussagen über die Stärke der Beben, nicht aber über eine tatsächlich bestehende Tsunami-Gefahr getroffen werden.