10.03.2010 · In Sydney ist nach sechstägigen Wehen ein totgeglaubtes Elefantenbaby zur Welt gekommen. Weniger als zwölf Stunden nach der überraschenden Geburt steht das Baby bereits auf eigenen Füßen, seine Überlebenschancen sind gut.
Von Alexander HofmannNoch vor zwei Tagen herrschte tiefe Trauer im Taronga-Zoo in Syndey: Experten hatten bekannt gegeben, dass der Nachwuchs der asiatischen Elefantendame Porntip nach zweijähriger Schwangerschaft und sechstägigen Wehen gestorben sei. Umso größer war die Begeisterung am Mittwoch, als Porntip ein fast 100 Kilogramm schweres männliches Baby zur Welt brachte. Weniger als zwölf Stunden nach der überraschenden Geburt stand das Baby bereits auf den eigenen Füßen und machte sich per Rüsselkontakt mit den anderen Elefanten im Gehege bekannt.
Selbst der extra eingeflogene Elefantenexperte Dr. Thomas Hildebrandt vom Berliner Zoo hatte falsch gelegen und es für praktisch unmöglich erklärt, dass das Elefantenbaby überleben könnte, als bei einer Ultraschalluntersuchung am Montag keine Herztöne festgestellt werden konnten. Ausserdem befand sich der kleine Elefant in einer „Kopfüberposition“ im Geburtskanal, der vorher noch nie von Experten beobachtet worden war.
Gute Überlebenschancen
Jetzt erklärte der Cheftierarzt des Zoos, Larry Vogelnest, dass das Baby, das noch auf einen Namen wartet, vermutlich im Mutterleib in einem Koma gelegen habe und es deshalb schwierig gewesen sei, Lebenszeichen festzustellen.
Das Elefantenbaby, das mit dem vor acht Monate geborenen Luk Chai sogar einen fast gleichaltrigen Spielkameraden haben wird, ist zwar noch nicht aus dem Gröbsten heraus, hat aber gute Überlebenschancen. Es konnte gestern zwar trotz eifriger Versuche noch nicht selber trinken, wurde aber von den Wärtern mit mehreren Litern besonders eiweißhaltiger Vormilch (Kolostrum) gefüttert.
Der vermeintliche Tod des Elefantenbabys hatte in Australien erneut Diskussionen über Sinn und Unsinn der Haltung der Rüsseltiere in Zoos sowie deren künstliche Befruchtung ausgelöst.