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Vereinigte Staaten : Wer schießen will, muss Steuern zahlen

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Gewehr gegen Gutschein: Seattle zieht im Kampf gegen die zunehmende Waffengewalt alle Register. Waffenbesitzern bot sie 2013 gegen Rückgabe ihrer Schusswaffen und Munition Gutscheine im Wert von bis zu 200 Dollar an. Bild: Reuters

Um die Gewalt einzudämmen, führt Seattle eine Steuer auf Waffen und Munition ein. Es ist nicht das erste Mal, dass die amerikanische Großstadt ungewöhnliche Wege geht, um die Zahl der Waffen zu reduzieren.

          Ein Gesetz zur Besteuerung von Waffen und Munition soll künftig dazu beitragen, in Seattle gewaltsame Auseinandersetzungen zu verhindern. Der Stadtrat der größten Stadt des amerikanischen Bundesstaates Washington verabschiedete einstimmig die „gun violence tax“, nach der Käufer von Januar 2016 an je Gewehr, Pistole oder Revolver eine Abgabe in Höhe von 25 Dollar zahlen müssen. Für jeden Schuss Munition verlangt die Stadt weitere fünf Cent.

          Die jährlichen Steuereinnahmen in Höhe von bis zu 500.000 Dollar sollen für die Aufklärung über Waffengewalt ausgegeben werden. „Die Städte müssen sich etwas einfallen lassen, um Leben zu retten und Geld zu sparen. Waffengewalt strapaziert das öffentliche Gesundheitswesen über alle Maßen“, teilte der Stadtratsvorsitzende Tim Burgess am Montag mit. Im vergangenen Jahr hatte Seattle für die Behandlung von Schusswunden mehr als zwölf Millionen Dollar ausgegeben.

          Das neue Gesetz verlangt auch, jeden Diebstahl oder Verlust einer Schusswaffe innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei anzuzeigen. Die Anzeigepflicht soll helfen, die Herkunft von Waffen zurückzuverfolgen. Die amerikanische Waffenlobby National Rifle Association (NRA) monierte dagegen, dass Seattles Gesetze einkommensschwache Käufer benachteiligten.

          Die Stadt Seattle ging schon früher ungewöhnliche Wege, um die Zahl der Schusswaffen zu reduzieren. Vor wenigen Jahren händigte sie Gutscheine an Einwohner aus, die sich von ihrer Waffe oder von Munition trennten.

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