Der Zugunfall in der Schweiz am Mittwoch mit drei Toten ist durch eine ausgeschaltete Bremsanlage ausgelöst worden. Das teilten die Untersuchungsbehörden am Donnerstag mit. Im Berner Oberland war am frühen Mittwochmorgen ein Bauzug an einem Steilstück unkontrolliert ins Tal gerast. Nur wenige hundert Meter von der Stelle entfernt, an der am 28. April ein deutscher ICE mit einer Rangierlok zusammengestoßen war, prallte er auf einen anderen Bauzug. Der Lokführer und zwei Arbeiter kamen dabei ums Leben, elf weitere konnten sich in Sicherheit bringen.
Notbremse konnte nicht funktionieren
Das Bremssystem des Unfallzugs war nicht eingeschaltet, erklärten die Behörden am Donnerstag. Deshalb habe auch die Notbremse nicht funktionieren können. Der Abschlußhahn des Druckluftbremssystems war geschlossen. Dadurch konnten die am Zugfahrzeug angehängten Wagen nicht gebremst werden. Die Bremsleistung der Zugmaschine allein habe nicht ausgereicht, um das tonnenschwere Gewicht des Bauzugs zu bremsen.
Nachdem sie über Funk von dem Bremsversagen informiert worden war, entschied sich die Bahnleitung, den Zug gezielt nach 31 Kilometern auf einen anderen Bauzug im Tal auffahren zu lassen. Dabei kamen der Lokführer und zwei Arbeiter ums Leben.
Auf derselben Strecke war Ende April ein deutscher ICE mit etwa 60 Stundenkilometern auf eine Schweizer Doppel-Rangierlok geprallt. Acht Menschen wurden damals leicht verletzt. Der Lokführer der Rangierlok hatte ein Signal überfahren.