04.02.2005 · Nach einem Chemieunfall im südschwedischen Helsingborg sind am Freitag dreizehn Menschen im Krankenhaus wegen Reizungen der Atemwege und Augen behandelt worden.
Nach einem Chemieunfall im südschwedischen Helsingborg sind am Freitag dreizehn Menschen - darunter sechs Arbeiter der Fabrik und zwei Polizisten - im Krankenhaus wegen Reizungen der Atemwege und Augen behandelt worden.
Die 120 000 Einwohner wurden am frühen Morgen aufgefordert, bis zum Mittag in ihren Wohnungen zu bleiben. Schulen blieben geschlossen. Zeitweise wurden Straßen gesperrt und der Fährverkehr nach Dänemark eingestellt. Auch die Fähren zwischen Oslo und Kopenhagen wurden beeinträchtigt. Das Gelände um die Fabrik blieb in einem Umkreis von einem Kilometer gesperrt.
Vermutet wird eine undichte Kühlwasserleitung
Größere Schäden blieben aus, weil der Wind die Giftwolke auf das Meer trug. Die Verätzungen durch die ausgetretenen 11 000 Tonnen Schwefelsäure hätten im ungünstigen Fall tödliche Folgen haben können, so die staatliche Chemieaufsicht. Ob der Unfall sich auf Pflanzen und Tiere durch das Eindringen „sauren Regens“ in den Boden auswirken wird, ist noch ungewiß.
Das Unternehmen Kemira vermutet eine undichte Kühlwasserleitung: Der Boden unter dem Tank mit der stark ätzenden Schwefelsäure sei aufgeweicht worden, der Behälter dadurch gerissen. Kemira untersucht, ob sich beim zweiten Tank ein ähnliches Leck ergeben kann. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein wegen des Verdachts, das Unternehmen habe gegen Umweltgesetze verstoßen. Die Behörden erwägen jetzt, den Standort der Fabrik zu verlegen, die nur 1500 Meter von Wohngebieten entfernt liegt.