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Schulmassaker Amoklauf: Polizei ermittelt weiter wegen möglicher Komplizen

08.05.2002 ·  Hatte Robert Steinhäuser Komplizen oder Mitwisser? Polizei und Staatsanwaltschaft schließen das nach wie vor nicht aus.

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Auch knapp zwei Wochen nach dem Amoklauf von Erfurt schließen die Ermittler nicht aus, dass der Täter Mitwisser oder Komplizen hatte. Der Sprecher der Erfurter Staatsanwalt, Michael Heß, sagte am Mittwoch in Erfurt, es sei nach wie vor nicht hundertprozentig ausgeschlossen, dass der Amokschütze Robert Steinhäuser Komplizen oder Mitwisser gehabt habe.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen habe es am Gutenberg-Gymnasium aber „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ keinen zweiten Täter gegeben. Alle Schüsse seien aus der Pistole Steinhäusers abgefeuert worden.

Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler aus der Auswertung von SMS-Kurznachrichten und einer Tatrekonstruktion. Nach Angaben der Polizei hatte Steinhäuser rund ein Dutzend Videokassetten mit einer Spieldauer von etwa 50 Stunden besessen. Darauf seien „dunkle, bluttriefende und gewaltverherrlichende Filme“ zu sehen, hieß es.

Mörder wollte Film drehen

Unter anderem seien Detailaufnahmen von der Zerstückelung von Personen sowie von Tötungen und Erschießungen festgestellt worden. Steinhäuser habe zudem mit weiteren Schülern einen Film drehen wollen. Nach dem aufgefundenen Drehbuch ging es dabei ebenfalls um Gewaltdarstellungen, unter anderem das Töten von Menschen durch einen Kopfschuss.

Wie es weiter hieß, hat Steinhäuser nach derzeitigem Stand keine SMS versandt, um so andere Personen zu warnen. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben aber weiter Aussagen von Zeugen, die entsprechende SMS-Warnhinweise erhalten haben wollen. Es sei bislang nicht klar, von wem an wen derartige SMS gegangen seien. Die Ermittler halten es für denkbar, dass es sich lediglich um „Warnungen“ gehandelt haben könnte, die nach Streitigkeiten unter Schüler versendet wurden.

Patrone in Pumpgun verkantet

Die Pumpgun, die der Mörder in das Erfurter Gutenberg-Gymnasium mitgenommen hatte, war manipuliert. Ob die technischen Veränderungen von ihm selbst vorgenommen wurden, sei noch unklar, sagte Polizeidirektor Rainer Grube. Wie die Ermittler feststellten, hatte sich Lauf dieser gefährlichen Repetier-Flinte eine Patrone verkantet. Deshalb habe der Täter offenbar alle 16 Opfer mit seiner Pistole getötet, sagte Grube. Man habe keinen Nachweis, dass Steinhäuser überhaupt jemals mit dieser Pumpgun geschossen habe.

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