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Schufa-Studie Schulden für den schnellen Döner

22.02.2006 ·  Mehr als 380.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland haben Schulden. Laut der Schufa-Studie „Jugend und Geld 2005“ ist die Mahlzeit im Schnellimbiß Hauptgrund für das Schuldenmachen.

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Mehr als 380.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland haben Schulden. Laut der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie „Jugend und Geld 2005“ gaben etwa sechs Prozent der zehn- bis 17Jährigen Geld aus fremder Tasche aus, ohne es sofort zurückzahlen zu können. Im Durchschnitt waren sie mit 72 Euro verschuldet, wobei bei fast 60 Prozent der Betrag bei höchstens zehn Euro lag.

„In der Regel geht der Nachwuchs sehr verantwortungsbewußt mit seinem Geld um“, betonte Rainer Neumann, Vorsitzender der Kreditauskunftsstelle Schufa, die die Studie in Auftrag gegeben hatte. „Nur sehr wenige Kinder und Jugendliche geraten in die Nähe gefährlicher Überschuldung.“

Ausgaben für Schuhe, Ausgehen, Handy

Pro Monat stehen deutschen Jugendlichen demnach durchschnittlich 47 Euro zur Verfügung. Einnahmequellen sind neben dem Taschengeld Nebentätigkeiten, Ausbildungsvergütungen und Geldgeschenke von Eltern und Verwandten. Den größten Teil verwenden sie für Kleidung (25 Euro). Ausgaben für Schuhe (24 Euro), Ausgehen (19 Euro) und Handy (18 Euro) folgen. Trotz der vergleichsweise geringen Ausgaben für Fast Food (monatlich sieben Euro) ist die Mahlzeit im Schnellimbiß Hauptgrund für das Schuldenmachen. Ein Viertel der Jugendlichen mit Schulden leiht sich dafür Geld, ohne es sofort zurückzahlen zu können. Je 16 Prozent können Kleidung und Ausgehen nicht aus eigener Tasche finanzieren. Bei acht Prozent war das Handy Schuldenursache.

Kein Zusammenhang bestehe zwischen dem sozialen Hintergrund der Familien und dem Verschuldungsgrad der unter 18Jährigen, sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Soziologie-Professor Elmar Lange von der Universität Bielefeld. Verschuldung sei „quer durch alle Gruppen und Schichten“ zu finden. Unabhängig vom Haushaltseinkommen der Eltern besitzen 70 Prozent aller Kinder und Jugendlichen ein Mobiltelefon, für das sie ein Viertel bis ein Drittel ihres Monatsbudgets ausgeben. Bei einem Viertel der jungen Mobiltelefonierer übernehmen die Eltern die Kosten vollständig, drei Viertel geben eigenes Geld dafür aus. Angebote der Telekomfirmen zur Beschränkung der Handykosten wie das Sperren teurer Rufnummern oder Verträge mit einem monatlichen Höchstbetrag würden von den Eltern aber kaum genutzt, sagte der Vizepräsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), Jörg Menno Harms. Die meisten Eltern verließen sich lieber auf Prepaid-Karten.

Repräsentative Befragung

Grundlage der Ergebnisse ist eine vom Münchner Institut für Jugendforschung erstellte repräsentative Befragung von rund 1000 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren sowie je einem Elternteil. Die Studie wurde von Bitkom und dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) mitfinanziert.

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