http://www.faz.net/-gum-7sf6t
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Best Ager - Für Senioren und Angehörige

Veröffentlicht: 05.08.2014, 20:52 Uhr

DDR- und Nachwende-Autorin Schriftstellerin Elfriede Brüning ist tot

Mit 103 Jahren ist die Schriftstellerin Elfriede Brüning in Berlin gestorben. Sie war das einzige noch lebende Mitglied des in der Weimarer Republik gegründeten Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller.

© dpa Elfriede Brüning

Die Schriftstellerin Elfriede Brüning ist am Dienstag im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben. Die am 8. November 1910 in Berlin geborene Autorin beschäftigte sich in ihren Werken vor allem mit Frauenthemen und der Vergangenheitsbewältigung. Als engagierte Kommunistin war sie zwar während der Nazi-Herrschaft in Deutschland geblieben, jedoch, wie sie sagte, in die „innere Emigration“ gegangen, weshalb sie das Publizieren weitgehend eingestellt hatte.

Die Tochter einer Näherin und eines Tischlers hatte bereits mit 16 Jahren begonnen, Reportagen und für die Feuilletons überregionaler Zeitungen zu schreiben. 1930 trat Brüning der Kommunistischen Partei bei, zwei Jahre später wurde sie Mitglied in dem 1928 von Johannes R. Becher gegründeten „Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“, dem unter anderen Bertold Brecht, Anna Seghers und Ludwig Renn angehörten. Brüning war zuletzt das einzige noch lebende Mitglied des Bundes.

Zu ihren Werken der 1930er Jahre zählen die Romane „Und außerdem ist Sommer“ sowie „Junges Herz muss wandern“. Seit 1950 hatte Brüning als freie Schriftstellerin in der DDR gelebt, wo sie in verschiedenen Verlagen publiziert und zahlreiche Preise erhalten hatte. Ihre Themen waren vorrangig die Probleme von Frauen in der DDR und Zwangsadoptionen.

Auch nach der deutschen Wiedervereinigung setzte Brüning ihre Arbeit fort. 1999 veröffentlichte sie unter dem Titel „Jeder lebt für sich allein“ eine Reihe von Nachwendeerzählungen. Am 8. November 2010 hatte sie in der Berliner Volksbühne ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Frankfurt Übergabe der Galopprennbahn verzögert sich

In einem Prozess um die Galopprennbahn hält der Renn-Klub die Richterin für befangen. Über die Räumungsklage urteilt das Gericht nun später. Derweil ließ der Klub das Areal anders nutzen. Mehr Von Rainer Schulze und Helmut Schwan, Frankfurt

30.08.2016, 16:47 Uhr | Rhein-Main
Willy-Wonka-Darsteller Gene Wilder ist gestorben

Der amerikanische Schauspieler, Komiker, Regisseur und Autor Gene Wilder ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Bekannt war er vor allem für seine Rolle als Willy Wonka in Charlie und die Schokoladenfabrik aus dem Jahr 1971. In den letzten Jahren litt Wilder unter Alzheimer. Mehr

30.08.2016, 14:46 Uhr | Feuilleton
Aufruf an Türkei Schriftsteller und Journalisten fordern Freiheit für Asli Erdogan

In der französischen Literatur und im deutschen Journalismus sammeln sich Unterstützer für die in der Türkei inhaftierte Autorin Asli Erdogan. Auch Günter Wallraff mischt sich ein. Mehr Von Jürg Altwegg, Genf

31.08.2016, 21:08 Uhr | Feuilleton
Norwegen Mehr als 300 Rentiere durch Blitzschlag gestorben

Nach einem Unwetter in Norwegen fand man Hunderte verendete Vierbeiner. Es wird vermutet, dass sie durch Blitzschlag ums Leben gekommen sind. Mehr

30.08.2016, 15:42 Uhr | Gesellschaft
Zum Tod von Marc Riboud Die verstörende Leichtigkeit des Wagemuts

Mit dem gebrauchten Landrover nach Osten, und dann einmal um die Welt: Der französische Reportagefotograf Marc Riboud ist gestorben. Mehr Von Freddy Langer

31.08.2016, 17:48 Uhr | Feuilleton

Emma Stone „Ryan Gosling führt verdammt gut“

Emma Stone tanzt begeistert mit Ryan Gosling, Selena Gomez leidet an Panikattacken und Depressionen, und Justin Biebers Instagram-Account ist zurück – der Smalltalk. Mehr 15

Frankfurter Allgemeine Stil auf Facebook
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden