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Schönheitsoperationen : Männer lassen sich öfter ihren Körper richten

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Männer lassen sich immer häufiger die Brust verkleinern Bild: REUTERS

Die Faltenbeseitigung mit Botox ist längst keine reine Frauendomäne mehr. Auch immer mehr deutsche Männer greifen zu chirurgischen Mitteln, um ihre Problemzonen zu beseitigen - von Zornesfalten über Fettabsaugen bis Brustverkleinerungen. Zugeben will es jedoch kaum jemand.

          Männer wollen nicht mehr so finster dreinschauen: Immer mehr von ihnen lassen sich die Zornesfalte zwischen Nasenwurzel und Stirn mit Botox (Botulinumtoxin) wegspritzen. Im vergangenen Jahr legten sich dafür 40 Prozent mehr Männer auf den OP-Tisch als noch im Jahr 2007. Das zeigt eine aktuelle Statistik der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD).

          Zweites großes Thema in Sachen Schönheit ist bei Männern die Brustverkleinerung. 850 solcher Eingriffe zählte die GÄCD im Jahr 2008, doppelt so viele wie 2007. „Auch dieses Jahr gibt es viele Männer, die das machen lassen“, sagt Generalsekretär Matthias Gensior. Grund dafür: Immer mehr Männer würden ihre Fitness trainieren und dabei zu Eiweißgetränken greifen. Diese enthielten Substanzen, die hormonähnlich wirken könnten und die Brustmuskulatur nicht nur aufpolieren, sondern auch in eine weiblichere Form bringen. „Wegtrainieren kann man das dann nicht mehr“, sagt Gensior. Also bleibt nur der Gang unters Skalpell. Die Kosten für eine solche Operation liegen zwischen 2500 und 3000 Euro. Die meisten Männer, die sich das leisten, seien zwischen 25 und 30 Jahren alt.

          Riesige Busen und Einheitsgesichter

          Bei Männern und Frauen insgesamt stehen in der Rangliste der Eingriffsgründe das Weglasern von Minifalten, Hautveränderungen oder Aknenarben auf Platz eins. Bei den Frauen folgen Fettabsaugungen, das Entfernen von Krampfadern aus ästhetischen Gründen und das Einsetzen von Lidplastiken. Männer kommen besonders oft, um Tätowierungen beseitigen zu lassen. Auch ihre Nase können viele Menschen nicht mehr leiden. 2600 Mal ließen die Männer im Jahr 2008 ihre Nase in Schönheitspraxen korrigieren, 8700 Mal die Frauen.

          Falten, Hautveränderungen oder Aknenarben sind weitere beliebte Eingriffsgründe

          Werner Mang, der Schönheitschirurg, der für seine Nasen berühmt ist, gerät unterdessen in die Kritik seiner Kollegen. Mang, der an diesem Freitag 60 Jahre alt wird, hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Verlogene Schönheit“ und darin vor einer Inflation der Schönheitseingriffe gewarnt. Während Gensior die Kritik für Amerika gelten lässt, sei sie für Deutschland unberechtigt. Das Buch hält er für eine Marketingmasche Mangs. Der gibt an, dass ihm besonders seine amerikanischen Kollegen ein Dorn im Auge wären, weil die den Hollywood-Stars riesige Busen und Einheitsgesichter mit aufgespritzten Lippen verpassen. Das habe mit vernünftiger Schönheitschirurgie nichts mehr zu tun - wenn etwa Mittelfußknochen entfernt werden, damit die modebewusste Frau noch höhere High-Heels tragen könne. Werner Mang räumt aber auch selbst Fehler ein. Manche OP, wie etwa jene bei einem jungen Mann, der seinem Idol Brad Pitt gleichen wollte, würde er heute nicht mehr machen.

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