22.12.2001 · Jeder kennt ihn, den Schnee, aber warum schneit es überhaupt? Und warum sind Schneekristalle sechseckig?
"... wann kommst du geschneit? Du kommst aus den Wolken, dein Weg ist sehr weit." So viel zur Überlieferung des Volksmundes. Aber wie sieht es von der etwas wissenschaftlicheren Seite aus? Was ist Schnee eigentlich?
Schnee ist ein fester Niederschlag aus meist verzweigten kleinen Eiskristallen. Sie fallen als Flocken gebündelt zu Boden, wenn Fallgeschwindigkeit, Temperatur und Feuchte unterhalb der Wolke ein Schmelzen oder Verdampfen verhindern. Je tiefer die Temperatur in der Wolke unter null Grad Celsius liegt, desto mehr Wassertröpfchen verwandeln sich in Eis- und Schneeteilchen. Dabei entstehen höchst unterschiedliche Formen von Schneekristallen.
Keine Flocke ist wie die andere
Jede Schneeflocke ist ein Unikat, keines der sechsstrahligen Gebilde gleicht dem anderen. Grund für die unendlich vielen Variationen sind atmosphärische Einflüsse. Ein Meteorologe bezeichnete die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Flocken genau gleich sind, als ebenso gering wie die Chance, dass es im abgefallenen Herbstlaub zwei absolut gleiche Blätter gibt.
Die filigranen Kunstwerke bilden sich um in der Wolke schwebende Staubkörnchen herum. An den Kondensationskern lagert sich überschüssige Luftfeuchtigkeit an. Bei Temperaturen zwischen null und minus 40 Grad gruppieren sich immer mehr sechseckige Schneekristalle an den Kern an und bilden die Sterne, die an feinste Spitzenklöpplerarbeiten erinnern.
Warum sind Schneekristalle sechseckig?
Je nach Umweltbedingungen nehmen die Schneekristalle unterschiedliche Formen an. Sie sind jedoch immer sechseckig, weil sich die Wassermoleküle im Winkel von 120 Grad anordnen. Die Formenvielfalt reicht von einem sechsstrahligen Stern über sechseckige Eisplättchen bis zu dreidimensionalen Gebilden, die von den Fachleuten Prismen, Nadeln oder Säulchen genannt werden.
Bei tiefen Temperaturen fällt trockener, feinkörniger Pulverschnee. Feuchter und großflockiger Schnee wird als Pappschnee bezeichnet. Bei kleinen Mengen undurchsichtiger Eiskörnchen von weniger als einem Millimeter Durchmesser spricht man von Schneegriesel. Durch Sonneneinstrahlung und Wiedergefrieren von älterem Schnee kommt es zur Verharschung und allmählich zum Firn. Da Schnee ein schlechter Wärmeleiter ist, schützt er den Boden vor Auskühlung.