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Schlafgewohnheiten Die Siesta gehört den Deutschen

23.07.2002 ·  Der Mittagsschlaf ist in Europa fest in deutscher Hand. Laut einer Umfrage schlummern Deutsche mehr als andere Europäer tagsüber.

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Die Deutschen sind Spitzenreiter beim Mittagsschläfchen. 22 Prozent der Bundesbürger legen sich mindestens drei Mal pro Woche nachmittags hin. Sie überrunden damit sogar die Italiener (16 Prozent), Briten (15 Prozent), Portugiesen (9 Prozent) und Spanier (8 Prozent), wie eine Umfrage mit insgesamt knapp 19.000 Menschen in den fünf Ländern ergab.

Ein Grund könne frühes Aufstehen oder schlechter Nachtschlaf der Deutschen sein, vermutet der Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley von der Universität Regensburg, der die Studie am Montag vorstellte. So gehen die Deutschen laut Zulley als erste schlafen (22.47 Uhr) und stehen auch als erste wieder auf (6.23 Uhr). Tagsüber zeigen sie sich dann aber als ein ausgesprochen müdes Volk und laufen den Südländern bei der Pflege der Siesta-Kultur den Rang ab.

Spanier schlafen am längsten

Die Spanier gehen laut der Studie fast eine Stunde später ins Bett als die Bundesbürger und beginnen den Tag erst mehr als eine Stunde später. Damit schlafen die Spanier unter den befragten Europäern in der Nacht am längsten, sind dafür tagsüber aber die wachsten.

Frauen bevorzugen ein Nickerchen

Insgesamt gaben 15 Prozent der Befragten der fünf Länder an, regelmäßig einen Mittagsschlaf zu halten. Dabei pflegen diese Gewohnheit mehr Frauen als Männer. Zudem nimmt mit steigendem Alter auch die Vorliebe für ein Nickerchen zu. So machen etwa nur 10 Prozent der Befragten im Alter von 15 bis 54 Jahren regelmäßig einen Mittagsschlaf, während es bei den über 64-Jährigen bereits fast 27 Prozent sind.

Bei der Studie wurden in den Jahren 1994 bis 1999 Menschen ab 15 Jahren telefonisch über ihre Schlafgewohnheiten befragt. An der Untersuchung beteiligten sich 9.739 Frauen und 9.241 Männer. Der Originalartikel ist im Fachjournal „Neurology“ veröffentlicht.

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