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Samstag, 11. Februar 2012
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Scheidungsstatistik Sachsens Paare haben sich noch lieb

08.12.2006 ·  Berliner und Hamburger lassen sich am häufigsten scheiden. In Sachsen liegt die Scheidungsrate am niedrigsten. Laut Statistik erfolgt die Ehetrennung meist auf Initiative der Frau - meist zwischen dem dritten und elften Ehejahr.

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Die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Knapp 201700 Ehen wurden im Jahr 2005 geschieden und damit 5,6 Prozent weniger als 2004, als noch 213.691 Ehen vor dem Scheidungsrichter endeten. Von 1993 bis 2003 war die Zahl der Ehescheidungen nahezu beständig gestiegen, 2004 war sie erstmals geringfügig zurückgegangen.

Werden zwischenmenschliche Beziehungen weniger als unverbindliche Arrangements von begrenzter Dauer betrachtet? Statistiker warnen stets davor, solche Urteile an absoluten Zahlen festzumachen. Sie wollen darum aus der Tendenz der vergangenen beiden Jahre auch noch keinen Trend ablesen. Etwas nüchterner nimmt sich die Nachricht schon aus, wenn man die Zahl der Scheidungen vor dem Hintergrund der Eheschließungen in den vergangenen letzten 15 Jahren betrachtet: Von 1990 bis 2005 sank die Zahl der Eheschließungen kontinuierlich. Das Bundesamt vermutet daher, daß der Rückgang der Scheidungszahl auf das geringere Potential möglicherweise zu beendender Ehen zurückzuführen sei. Erst wenn sich der Rückgang über mehrere Jahre fortsetze, müßten andere Erklärungen herangezogen werden.

Scheidungen oft zwischen dritten und elften Ehejahr

Aussagekräftiger ist da schon die Scheidungsrate: Sie war in den Jahrzehnten von 1970 bis 2000 ständig gestiegen, nahm seit dem Jahr 2000 einen etwas weniger steilen Verlauf und zeigt seit 2005 erstmals wieder nach unten. Wurden im Jahr 2004 von 10.000 bestehenden Ehen noch 114,6 geschieden, so waren es 2005 nur noch 108,8. Die Hälfte aller Scheidungen wurden laut Bundesamt zwischen dem dritten und dem elften Jahr seit der Eheschließung beantragt.

Und noch eine weitere, wichtige Zahl ging zurück, die der betroffenen Kinder: Gegenüber 2004 ist sie von 168.900 auf 156 400 und damit um 7,4 Prozent gesunken. Knapp die Hälfte der 2005 geschiedenen Ehepaare hatten Kinder unter 18 Jahren. Die niedrigsten Scheidungsraten gab es 2005 in Sachsen mit 19,7 und in Thüringen mit 20,6. Am höchsten lagen die Raten in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit 28,8 beziehungsweise 28,7. Unter den Flächenländern lag Schleswig-Holstein mit 28,1 Auflösungen der Ehe auf 10.000 Einwohner an der Spitze.

Den Soziologen Michael Wagner von der Universität Köln überrascht es nicht, daß der seit mehr als hundert Jahren zu beobachtende Anstieg der Scheidungsrate zu einem vorläufigen Ende gekommen ist. Auch in den skandinavischen Ländern sei die Scheidungsrate in den vergangenen Jahren gefallen, vor allem innerhalb des ersten Ehejahres - was Wagner zu der Hypothese veranlaßt, daß heute nur noch diejenigen heiraten, die sich ihrer Sache sicher sind. Noch immer sind es aber überwiegend die Frauen, die die Scheidung einreichen.

Quelle: thom, F.A.Z., 9. Dezember 2006
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