http://www.faz.net/-gum-8cny8

Saudi-Arabien : Großmufti verbietet Schachspiel

  • Aktualisiert am

Der saudische Großmufti Scheich Abd al Aziz Al Sheikh mag kein Schach Bild: AP

So schlimm wie Alkohol und Glücksspiel: Schach gehöre verboten, sagt ein hochrangiger Geistlicher. Die saudische Schachgemeinde will sich nicht beirren lassen und ausgerechnet in der heiligen Stadt Mekka ein Turnier veranstalten.

          Nachdem der führende Geistliche Saudi-Arabiens per Fatwa das Schachspiel untersagt hat, regt sich Widerspruch in dem islamischen Land. Wie Alkohol und Glücksspiel sei Schach „das Werk Satans“, entschied Scheich Abd al Aziz Al Sheikh laut einem Bericht der New York Times.

          Seine religiöse Auslegung hatte der Großmufti offenbar in einer Fernsehsendung als Antwort auf die telefonische Frage eines Zuschauers gegeben. Während der genaue Zeitpunkt der Erklärung unklar sei, schreibt die Zeitung, habe sie in den letzten Tagen zunehmend für Aufsehen gesorgt. An diesem Freitag soll in der saudi-arabischen Stadt Mekka ein Schachturnier beginnen.

          Schach mache „den Reichen arm und den Armen reich“, sagte Al Sheikh. Es führe zu Feindseligkeiten und Zeitvergeudung. Der Islam verbietet Glücksspiel.

          Ein Mitglied des saudischen Schachverbands verteidigte seinen Sport per Twitter. Schach habe mit Glücksspiel nichts zu tun, man veranstalte regelmäßig Turniere und werde es auch weiter tun, sofern man nicht „zum Gegenteil gezwungen“ werde.

          Fatwas sind religiöse Interpretationen, die in Saudi-Arabien eher als Richtschnur denn als Gesetz gelten. Ob die Regierung das Verbot durchsetze, sei fraglich, schreibt die New York Times.

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Das Schachspiel hat in der arabischen Welt eine lange Tradition und weite Verbreitung.

          Weitere Themen

          Nachdenklich unter der Dusche

          Herzblatt-Geschichten : Nachdenklich unter der Dusche

          Während Schauspieler Manuel Cortez genau weiß, was ihn beruhigt, ist Barbara Schöneberger zwangsläufig von der Baustelle nebenan gestresst. Außerdem gehen die Herzblatt-Geschichten der Frage auf den Grund, wie beliebt Heino wirklich ist.

          Topmeldungen

          Sie sind Veteranen: Reservisten der Bundeswehr in der Henning-von-Tresckow Kaserne in Oldenburg, begrüßt von Ursula von der Leyen (Archivbild)

          Bundeswehr : Zehn Millionen Deutsche sind nun Veteranen

          Verteidigungsministerium und militärische Verbände legen einen jahrelangen Streit bei. Die Grünen sprechen von Herummogelei – und die Linken von einem Verklärungsversuch.

          Ungewisse britische Zukunft : Der harte Kern des Brexits

          Die Briten haben eine systemkritische Deutung der EU etabliert. Es ist kein Zufall, dass ihr Streit sich jetzt um die irische Grenzfrage dreht. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.