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San Francisco : Zieht euch bitte etwas an

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Nackte Hippies in San Francisco: „Viele Bewohner haben längst die Nase voll.“ Bild: dpa

In San Francisco ist öffentliche Nacktheit fortan verboten. Der Stadtrat hat eine Verordnung beschlossen, die bei Zuwiderhandlung Geld- und Haftstrafen vorsieht.

          Das für Freizügigkeit bekannte San Francisco will Nackte aus der Öffentlichkeit verbannen. Nach monatelangen Debatten stimmte der Stadtrat der kalifornischen Stadt am Dienstag für eine Verordnung, die das Zurschaustellen nackter Haut auf Gehwegen, in Parks sowie in Bussen und Restaurants künftig verbietet.

          „Die Nackten gelten schon lange nicht mehr als Ausdruck der sympathischen Schrulligkeit San Franciscos. Viele Bewohner haben längst die Nase voll“, sagte der Stadtrat Scott Wiener, der den Gesetzentwurf formulierte. In dem Stadtteil „The Castro“, vor allem als Viertel der Homosexuellen bekannt, staunen Touristen seit den siebziger Jahren über vereinzelte Nackte. Heute dominieren die „naked guys“ vielfach das Straßenbild. Immer wieder erstatteten Bewohner Anzeige, weil Exhibitionisten sich vor ihnen entblößten oder Nackte sich zur Schau stellten. „Sie haben es einfach übertrieben und dadurch die Öffentlichkeit gegen sich aufgebracht“, sagte Wiener der Zeitung „San Francisco Chronicle“.

          Eine Demonstrantin, die nackt gegen die Verordnung protestiert hatte, wird aus dem Rathaus geführt.

          Falls Bürgermeister Ed Lee den Gesetzentwurf wie erwartet unterzeichnet, kassiert die Stadt von Februar für einmalige Verstöße ein Bußgeld von 100 Dollar. Im Wiederholungsfall ist mit höheren Geldstrafen oder Gefängnis zu rechnen. An Privatstränden und Veranstaltungen wie dem Folsom-Straßenfest der amerikanischen Leder- und Fetischszene soll nackte Haut dagegen erlaubt bleiben. Schon bevor der Stadtrat jetzt mit sechs zu fünf Stimmen für den Bann votierte, hatte eine Nudisten-Organisation Klage eingereicht. Wie die Rechtsanwältin Christina DiEdoardo wissen ließ, lehnten die Nackten den Gesetzentwurf als Verletzung der Meinungsfreiheit ab. „Um das Ganze zu kippen, braucht nur ein Stadtrat seine Meinung zu ändern“, sagte DiEdoardo.

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