http://www.faz.net/-gum-74i37
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Best Ager - Für Senioren und Angehörige

Veröffentlicht: 21.11.2012, 16:15 Uhr

San Francisco Zieht euch bitte etwas an

In San Francisco ist öffentliche Nacktheit fortan verboten. Der Stadtrat hat eine Verordnung beschlossen, die bei Zuwiderhandlung Geld- und Haftstrafen vorsieht.

von Christiane Heil, Los Angeles
© dpa Nackte Hippies in San Francisco: „Viele Bewohner haben längst die Nase voll.“

Das für Freizügigkeit bekannte San Francisco will Nackte aus der Öffentlichkeit verbannen. Nach monatelangen Debatten stimmte der Stadtrat der kalifornischen Stadt am Dienstag für eine Verordnung, die das Zurschaustellen nackter Haut auf Gehwegen, in Parks sowie in Bussen und Restaurants künftig verbietet.

„Die Nackten gelten schon lange nicht mehr als Ausdruck der sympathischen Schrulligkeit San Franciscos. Viele Bewohner haben längst die Nase voll“, sagte der Stadtrat Scott Wiener, der den Gesetzentwurf formulierte. In dem Stadtteil „The Castro“, vor allem als Viertel der Homosexuellen bekannt, staunen Touristen seit den siebziger Jahren über vereinzelte Nackte. Heute dominieren die „naked guys“ vielfach das Straßenbild. Immer wieder erstatteten Bewohner Anzeige, weil Exhibitionisten sich vor ihnen entblößten oder Nackte sich zur Schau stellten. „Sie haben es einfach übertrieben und dadurch die Öffentlichkeit gegen sich aufgebracht“, sagte Wiener der Zeitung „San Francisco Chronicle“.

- © AFP Vergrößern Eine Demonstrantin, die nackt gegen die Verordnung protestiert hatte, wird aus dem Rathaus geführt.

Falls Bürgermeister Ed Lee den Gesetzentwurf wie erwartet unterzeichnet, kassiert die Stadt von Februar für einmalige Verstöße ein Bußgeld von 100 Dollar. Im Wiederholungsfall ist mit höheren Geldstrafen oder Gefängnis zu rechnen. An Privatstränden und Veranstaltungen wie dem Folsom-Straßenfest der amerikanischen Leder- und Fetischszene soll nackte Haut dagegen erlaubt bleiben. Schon bevor der Stadtrat jetzt mit sechs zu fünf Stimmen für den Bann votierte, hatte eine Nudisten-Organisation Klage eingereicht. Wie die Rechtsanwältin Christina DiEdoardo wissen ließ, lehnten die Nackten den Gesetzentwurf als Verletzung der Meinungsfreiheit ab. „Um das Ganze zu kippen, braucht nur ein Stadtrat seine Meinung zu ändern“, sagte DiEdoardo.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Urteil Düsseldorfer müssen für Hitler-Asphalt zahlen

Einige Düsseldorfer Hausbesitzer sollen Gebühren für eine Fahrbahndecke aus der NS-Zeit zahlen. Sie klagten daraufhin gegen die Stadt. Jetzt hat das Verwaltungsgericht geurteilt. Mehr

28.07.2016, 16:05 Uhr | Aktuell
Totengebet Muslime beten für die Opfer von München

Nach dem Amoklauf von München haben rund 1000 Muslime für die Toten und Verletzten gebetet. Auch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter nahm an der Veranstaltung am Tatort am Olympia-Einkaufszentrum teil. Zu dem Totengebet hatten Münchner Imame und mehrere Gemeinden geladen. Mehr

28.07.2016, 13:00 Uhr | Gesellschaft
Erhöhung der Ost-Renten Scheitert Rentenreform an Schäuble?

Die Sozialministerin will die Renten in Ostdeutschland bald an das Niveau im Westen angleichen. Einem Bericht zufolge aber hat ein Kabinettskollege etwas dagegen. Mehr

28.07.2016, 07:36 Uhr | Aktuell
Afrikanisches Schutzgebiet Entzückendes Baby-Nashorn geht spazieren

Das Baby-Nashorn Warren wird in einem südafrikanischen Schutzgebiet großgezogen und hört auf seinen Namen. Das Jungtier wurde kurz nach der Geburt von seiner Mutter verlassen. Mehr

28.07.2016, 10:51 Uhr | Gesellschaft
Quidditch-WM Der heiße Ritt auf der Plastikstange

Bei der Quidditch-WM in Frankfurt wird klar: Die Sportart hat nichts mit der Magie Harry Potters zu tun, sondern wird von Härte geprägt – und von der Akkuratesse der Amerikaner. Mehr Von Patrick Dirrigl, Frankfurt

26.07.2016, 08:16 Uhr | Sport

„Twilight“-Darstellerin Kristen Stewart liebt ihre ehemalige Assistentin

Kristen Stewart steht zu ihrer Homosexualität, Luna Schweiger will bei einem Wahlsieg Trumps Konsequenzen ziehen und Hannes Jaenicke hat sich getrennt – der Smalltalk. Mehr 18

Frankfurter Allgemeine Stil auf Facebook
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden