18.07.2009 · Im sachsen-anhaltinischen Nachterstedt ist bei einem Erdrutsch ein Haus in einen See gerissen worden. Nach Polizeiangaben verschwand ein Areal von 350 Metern Länge und 150 Metern Tiefe im Concordia See, einem gefluteten Tagebaurevier. Für drei Menschen, die vermisst werden, besteht kaum noch Hoffnung.
Nach dem Erdrutsch in einem ehemaligen Bergbaugebiet im östlichen Harzvorland besteht für die drei Vermissten wenig Hoffnung. Sieben Stunden nach dem Unglück hatten die Rettungskräfte am Samstagmittag noch keinen Kontakt zu den Opfern im Alter von 48, 50 und 51 Jahren, teilten Kreisverwaltung und Polizei am Samstag am Unglücksort mit. Das Doppelhaus der drei Vermissten war am frühen Morgen nach einem Erdrutsch in einem Tagebausee versunken. Die Ursache für das Unglück war zunächst unklar. Fraglich ist, ob die Böschung des Sees aufgrund von Regenfällen abrutschte. Der Concordia- See wird seit dem Ende des Braunkohleabbaus im Jahr 1991 geflutet.
Bei dem Unglück rutschte nach Behördenangaben eine Fläche auf einer Länge von rund 350 Metern ab, auch eine Straße versank. Weil weitere Erdrutsche befürchtet wurden, konnten zunächst keine Rettungskräfte zu den komplett vom Wasser bedeckten Haustrümmern vordringen. Das Doppelhaus stand rund 120 Meter vom Seeufer entfernt. Nachterstedt liegt in der Nähe von Quedlinburg südwestlich von Magdeburg.
Bei dem Gewässer - dem Concordia-See - handelt es sich um einen Tagebausee, der nach dem Abbau von Braunkohle geflutet wird. Der Braunkohle-Abbau in der etwa 2000 Einwohner zählenden Gemeinde war 1991 eingestellt worden.
Regen wohl nicht die Ursache
In dem Gebiet hatte es in der Nacht geregnet, aber nicht so heftig, dass der Niederschlag als Grund für das verheerende Unglück angenommen wird. Polizei und Kreisverwaltung vermuteten einen Zusammenhang mit der früheren Braunkohleförderung.
Aus dem zur Hälfte eingestürzten Mehrfamilienhaus wurde den Angaben zufolge niemand vermisst, die Bewohner sind überwiegend im Urlaub. Am Unglücksort sind zahlreiche Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und ein Polizeihubschrauber aus Thüringen im Einsatz. Mehr als 60 Bewohner aus umliegenden Häusern wurden in Notunterkünften untergebracht. Die Polizei sperrte den rund 350 Hektar großen Concordia-See für Sportboote und Schwimmer.
Irgendwann müssen ja die Spätfolgen des Bergbaus...
Alfons Crocusé (ALCR)
- 18.07.2009, 13:40 Uhr
Wie immer mehr Fragen als Antworten.
Reinhard Ettel (FredIV)
- 18.07.2009, 15:01 Uhr
Sind es nicht zwei Häuser?
Frank Ciesinski (ciesinsk)
- 18.07.2009, 18:09 Uhr