Home
http://www.faz.net/-gum-6kc42
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

„Rudi Dutschke hätte das gefallen“ Teufels Urne neben Dutschkes Grab

Friedhofsmitarbeiter haben in Berlin-Dahlem in der Nähe des Grabes von Rudi Dutschke die Urne von Fritz Teufel gefunden - „unversehrt und ungeöffnet“. Auf einem Zettel unter der Urne war der Satz „Was ein teuflischer Spaß, Rudi Dutschke hätte das gefallen“ zu lesen

© dpa Vergrößern Der Tatort: Aus dem Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte war Fritz Teufels Urne gestohlen worden

Das Rätsel um die gestohlene Urne des Alt-68ers Fritz Teufel ist gelöst. Friedhofsmitarbeiter fanden sie am Freitag unversehrt und ungeöffnet am Grab des Studentenführers Rudi Dutschke in Berlin. Inzwischen gibt es keine Zweifel, dass es sich um die Urne von Teufel handelt. Da sind sich der Experten der Polizei nach einer akribischen Untersuchung nun sicher.

Die Schmuckurne mit Aschekapsel und weitere Beweismittel waren am Vormittag am Grab von Rudi Dutschke auf dem Kirchhof der St.-Annen- Gemeinde in Berlin-Dahlem entdeckt worden. Sie stand in einem Eimer nahe Dutschkes Grab. Unter dem Eimer soll ein Zettel gelegen haben - über die Notiz
darauf gab es widersprüchliche Angaben. Die Zeitung „Berliner Kurier“zitierte in ihrer Online-Ausgabe: „Was ein teuflischer Spaß, Rudi Dutschke hätte das gefallen.“ Aus Ermittlerkreisen hieß es später, das Zitat laute sinngemäß: Ein teuflischer Spaß ist beendet. Fritz hätte bei so einer Aktion auch seine Freude gehabt.

Mehr zum Thema

Am vergangenen Samstag hatten Friedhofsbesucher auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte das aufgewühlte Grab Teufels entdeckt. Die Urne war verschwunden. Und es sah aus, als ob Asche auf den Wegen verstreut war. Auch am aufgewühlten Grab war laut „Berliner Kurier“ ein Schreiben gefunden worden. Es soll auch die Worte „Der Teufel ist tot“ enthalten haben. Die Polizei geht davon aus, dass die Schreiben den gleichen Urheber haben, sagte ein Sprecher. Hinweise auf Täter aus dem rechten Spektrum gebe es nicht.

Teufel2 © dpa Vergrößern Der Fundort: Am Grab des Studentenführers Rudi Dutschke tauchte vermutlich die gestohlene Urne von Fritz Teufel wieder auf

Dutschke war eine Ikone der 68er-Bewegung. Auch Aktivist Teufel gehörte zu seinen Anhängern. Fritz Teufel war am 6. Juli im Alter von 67 Jahren gestorben. Am 15. Juli wurde er im Beisein von rund 300 Trauergästen beigesetzt. Das frühere Mitglied der Kommune 1 in Berlin hatte lange an Parkinson gelitten. Ende der 60er Jahre war der gebürtige Schwabe mit provozierenden Aktionen bekanntgeworden. Insgesamt verbrachte er acht Jahre im Gefängnis, unter anderem als Mitglied der terroristischen „Bewegung 2. Juni“.

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Im Weihnachtsgeschäft Überfall auf KaDeWe

Mehrere Täter haben das Berliner Kaufhaus des Westens überfallen. Die maskierten und bewaffneten Männer schlugen Schmuckvitrinen ein und entkamen wenige Minuten später. Das Kaufhaus blieb nur kurzzeitig geschlossen. Mehr

20.12.2014, 11:18 Uhr | Gesellschaft
Kalte Dusche im Kampf gegen ALS

Massenhaft kippen sich derzeit Leute Eimer voll Eiswasser über den Kopf und filmen sich dabei - alles für einen guten Zweck. Mehr

18.08.2014, 09:38 Uhr | Gesellschaft
Nach Tod der Schwester Bruder von Tugce spricht erstmals öffentlich

Nach dem grausamen Tod der Studentin Tugce hat sich nun erstmals ihr Bruder öffentlich zu Wort gemeldet. Im Fernsehmagazin Stern TV sprach er über seine Schwester und die große Anteilnahme. Mehr

11.12.2014, 06:27 Uhr | Gesellschaft
Operation rettet Goldfisch

Das Tier wurde zunächst in einem Eimer Wasser mit Betäubungsmitteln ruhiggestellt. Die etwa 45 Minuten dauernde Operation verlief dann ohne größere Probleme. Mehr

16.09.2014, 15:34 Uhr | Gesellschaft
Kassel Diebe klauen 3408 Tuben Zahnpasta

Zahnpasta hat jeder - aber gleich 3408 Tuben. Diebe haben in der Nähe von Kassel Zahnpasta im Wert von 8500 Euro geklaut, bis zum Lebensende dürfte das wohl reichen. Mehr

12.12.2014, 16:03 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.08.2010, 21:56 Uhr

Münchner Gerichtssprecherin Andrea Titz hat viele Fans

Als Gerichtssprecherin im NSU- und Hoeneß-Prozess erfährt Andrea Titz viel Zuspruch, Fußballer Ronaldo verewigt sich in Bronze und Schüler finden eine alte Flaschenpost von Kardinal Reinhard Marx – der Smalltalk. Mehr 6

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden