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Rio de Janeiro Teuerster Karneval der Geschichte

08.02.2005 ·  Heiße Rythmen und viel nackte Haut: Über 70 Millionen Euro haben die brasilianischen Samba-Schulen in diesem Jahr für die prächtigen Paraden ausgegeben. Das Spektakel in Rio ist ein wahrer Augenschmaus.

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Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen hat in Rio de Janeiro die weltberühmte zweitägige Karnevalsparade begonnen. Zu heißen Samba-Rhythmen und mit viel Farbe, Begeisterung und nackter Haut zeigten in der Nacht zum Montag (Ortszeit) die ersten sieben von insgesamt 14 „Samba-Schulen“ ihr Können. Vor 90 000 Zuschauern im „Sambodromo“ im Zentrum der brasilianischen Metropole ging der erste Umzugstag erst nach Sonnenaufgang zu Ende. Die Karnevalsparade 2005 ist der Zeitung „Folha“ zufolge die teuerste der Geschichte.

Die Samba-Schulen, die „Escolas“, die in den Elendsvierteln Rios ihre Wurzeln haben, gaben insgesamt knapp 70 Millionen Euro für die Vorbereitung aus. Bei Temperaturen von rund 30 Grad feierten auch Prominente wie der britische Musiker FatBoy Slim, Miss Universum Jennifer Hawkins aus Australien oder Topmodel Gisele Bündchen bei der „größten Party der Welt“ mit. Jede Sambaschule defilierte mit 4000 bis 5000 Mitgliedern - vorwiegend Slumbewohner, aber auch Politiker, Touristen, Sport- und Show-Stars - knapp eineinhalb Stunden lang.

So wichtig wie die Fußballmeisterschaft

Der Umzug legt in Brasilien das öffentliche Leben lahm und wird so ernst genommen wie die nationale Fußballmeisterschaft. Eine Jury wird am Mittwoch den Sieger und auch die Absteiger bekannt geben. Der Karneval in Rio ist weltweit der berühmteste, doch auch in anderen Städten Brasiliens wird groß gefeiert. Allein in den Provinzhauptstädten Salvador und Recife versammelten sich am Wochenende drei Millionen Menschen auf den Straßen.

Rio de Janeiro: Teuerster Karneval der Geschichte

Da die brasilianischen Narren unter dem Motto „Ninguém é de Ninguém“ (etwa „Jeder ist frei“) äußerst zügellos feiern, ließen Gesundheitsbehörden landesweit 31 Millionen Kondome kostenlos verteilen - zehn Millionen mehr als im Vorjahr. Die Touristenzahl erreichte in Rio nach offiziellen Angaben den Rekordwert von mindestens 550 000, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Zur Kriminalitätsbekämpfung werden allein in Rio 31 000 Polizisten bis Mittwoch auf Sonderpatrouille geschickt. Sie konnten aber nicht verhindern, dass ein 32-jähriger Niederländer auf dem Weg zum „Sambodromo“ bei einem Überfall im Taxi am Bein angeschossen wurde. dpa er xx hg

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