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Rio de Janeiro Drei Tote aus eingestürzten Hochhäusern geborgen

26.01.2012 ·  Drei Tote wurden schon geborgen, mindestens 15 Menschen werden noch vermisst: Mitten im historischen Zentrum von Rio de Janeiro sind zwei Hochhäuser und ein kleineres Gebäude eingestürzt. Schuld waren womöglich illegale Bauarbeiten.

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Mehrere Dutzend Feuerwehrmänner, Rettungskräfte mit Spürhunden und Baggern suchen mitten in Rio de Janeiro in Trümmerbergen nach Vermissten. Direkt hinter dem historischen Städtischen Theater klafft eine große Lücke, dort wo am Tag zuvor noch zwei Hochhäuser mit 10 und 20 Stockwerken sowie ein kleineres Gebäude standen. Drei Tote bargen die Feuerwehrmänner im Lauf des Donnerstags aus den Gebäudetrümmern, mehr als 15 Menschen werden noch vermisst.

Am Mittwochabend gegen halb neun Uhr war das zwanzigstöckige Bürogebäude eingestürzt und hatte die beiden benachbarten Gebäude mit umgerissen. „Ich war ganz in der Nähe des Hauses“, sagte ein Augenzeuge nach dem Unglück, „als ich Lärm hörte. Es schien, als fielen Steine von den obersten Stockwerken. Dann fiel das Gebäude in meine Richtung.“ Andere Augenzeugen berichteten von einer Explosion und Gasgeruch.

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© dapd

Trümmer und Schutt stürzten auf geparkte Autos, eine dichte Staubwolke zog durch die Straßen. Das Ganze habe ihn an die Bilder von den Anschlägen auf das World Trade Center in New York erinnert, sagte der Besitzer einer benachbarten Bar.

Noch am Donnerstagabend wurden sechs Verletzte in Krankenhäuser gebracht. Die ganze Nacht über suchten Feuerwehrleute nach Vermissten. Erste Trümmer wurden mit Baggern und Lastwagen abtransportiert. Immer wieder brachen am Unglücksort kleinere Feuer aus.  Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, sei sehr gering, sagte dann am Donnerstagmorgen ein Feuerwehrmann.

Als mögliche Ursache für den Einsturz der Gebäude wurden Bauarbeiten an dem 20 Stockwerke hohen „Edifício Liberdade“ („Gebäude der Freiheit“) genannt. In der dritten und der neunten Etage des Hauses sei vor dem Unglück gebaut worden, teilte die zuständige Behörde der Stadt Rio de Janeiro mit. Diese Arbeiten seien nicht genehmigt und damit illegal gewesen. Möglicherweise sei dabei ein Träger des Gebäudes beschädigt worden; oder das Gebäude sei unter dem Gewicht von zu viel Baumaterialien zusammengebrochen.

Spekulationen, dass eine Gasexplosion schuld sei, wie einige Augenzeugen zunächst vermutet hatten, wiesen mehrere Experten zurück. Auch der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, sagte: „Offensichtlich gab es keine Explosion. Der Zusammensturz könne von Schäden an der Struktur eines der Gebäude ausgelöst worden sein. Ich glaube nicht, dass Gas ausgetreten ist.“

Etwa 20 Familien vermissten am Donnerstagabend nach brasilianischen Zeitungsberichten noch Angehörige. Die Mehrzahl der Vermissten soll kurz vor dem Unglück in einem der Gebäude an einer Computer-Fortbildung teilgenommen haben. Die meisten Menschen hatten die Bürogebäude zuvor verlassen, weil sie Feierabend hatten. Wäre das Unglück nur ein paar Stunden zuvor passiert, wäre die Zahl der Opfer wohl in die Hunderte gegangen.

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