Home
http://www.faz.net/-gum-6mo52
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Riesiger Stromausfall Südwesten Amerikas und Teile Mexikos im Dunkeln

09.09.2011 ·  Ein riesiger Stromausfall hat mindestens 1,4 Millionen Haushalte in Kalifornien und Arizona sowie im benachbarten Mexiko getroffen. Zwei Atomkraftwerke wurden vom Netz genommen.

Artikel Bilder (16) Lesermeinungen (7)

In mehr als 1,4 Millionen Haushalten an der Westküste der Vereinigten Staaten ist am Donnerstagabend (Ortszeit) der Strom ausgefallen. Der massive Blackout im Raum San Diego wurde durch eine Panne bei der Stromzulieferung aus dem Nachbarstaat Arizona ausgelöst. Der dortige Stromversorger APS teilte mit, dass das Netz vermutlich durch Arbeiten in einem Umspannwerk zum Erliegen kam. Von dem Stromausfall waren nach Angaben der Behörden auch Teile Arizonas und Mexikos betroffen. Zwei Atomreaktoren wurden abgeschaltet.

Der Energieversorger San Diego Gas & Electric teilte via Twitter mit, dass viele Kunden erst am Freitag wieder mit Strom rechnen könnten. In der Millionenstadt San Diego fielen Ampelanlagen aus, es kam an vielen Stellen zu Verkehrsstaus, berichtete die Zeitung „San Diego Union Tribune“. Flüge wurden gestrichen und einige Bahnhöfe mussten schließen. Laut einer Warnmeldung auf der Internetseite war der San Diego International Airport ohne Licht. Abflüge am Donnerstagabend (Ortszeit) wurden gestrichen, einige Flugzeuge sollten noch landen dürfen.

Dutzende Menschen mussten aus Aufzügen befreit werden. In den Vergnügungsparks SeaWorld und Legoland wurden einige Besucher aus Achterbahnen herausgeholt, schrieb die Zeitung „San Diego Union Tribune“. San Diego Gas & Electric (SDGE) rief die betroffenen Kunden dazu auf, den Abend zu Hause zu verbringen. In einem Atomkraftwerk nahe der kalifornischen Stadt San Clemente führte der Stromausfall zur Abschaltung von zwei Reaktoren. Nach Angaben des Energieversorgers würden die Reaktoren noch einige Tage abgeschaltet bleiben.

Am Freitag sollten alle Schulen geschlossen bleiben. San Diegos Bürgermeister appellierte an die Menschen, von den Straßen wegzubleiben und ihre Mobiltelefone wenig zu benutzen. Kurz vor dem zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hatten sich Befürchtungen gemehrt, dass die regionalen Energieanschlüsse sabotiert worden sein könnten. Die Behörden in San Diego gaben jedoch Entwarnung: Möglicherweise waren auch die hohen Temperaturen ein Grund dafür, dass die Stromleitungen überlastet waren. Im Südwesten ist es derzeit sehr heiß, die Klimaanlagen laufen dort in Privathäusern und Bürogebäuden auf Hochtouren. „Mehrere heiße Tage hintereinander, wie wir sie hatten, führen dazu, dass viel Strom fließt“, erklärte SDGE. „Das könnte Auswirkungen gehabt haben.“

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen