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Reise Gute Aussichten für New York

Von oben betrachtet, sieht die Welt am schönsten aus: Das Rockefeller Center öffnet seine Aussichtsplattform wieder für Besucher und ist damit neben dem Empire State Building der einzige Wolkenkratzer mit betretbarer Dachterasse.

© F.A.Z., Lindner Vergrößern Über den Dächern New Yorks

Das Rockefeller Center in New York hat seine Glanzzeit im Winter. Hierher kommen New Yorker und Touristen, wenn sie sich in Vorweihnachtsstimmung bringen wollen.

Roland Lindner Folgen:        

Sie drehen ihre Runden auf der in etlichen Filmen verewigten Eislaufbahn und schauen sich den wahrscheinlich berühmtesten Weihnachtsbaum der Welt an. Die winterliche Atmosphäre breitet sich in diesen Tagen allmählich aus, denn die Eislaufbahn am Fuß der Türme ist schon geöffnet.

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Der Andrang hält sich zwar noch in Grenzen. Aber in ein paar Wochen wird es hier lange Warteschlangen geben, und an den Geländern oberhalb der Eisbahn werden sich die Menschen drängeln, um den Läufern zuzusehen. Ende November werden dann die Lichter am Weihnachtsbaum angeknipst.

 NY3 © F.A.Z., Lindner Vergrößern Der Blick auf den Ozean

Hochhaus mit Aussichtsterrasse

In diesem Jahr kommt noch ein großes Ereignis hinzu, mit dem das Rockefeller Center zur Ganzjahresattraktion aufsteigen will. Am kommenden Dienstag eröffnet das GE Building, das höchste Gebäude in dem Komplex, seine Aussichtsplattform wieder - zum ersten Mal seit zwanzig Jahren.

Damit entsteht ein neuer Konkurrent für einen der größten Anziehungspunkte der Stadt, das Empire State Building.

Seit der Zerstörung des World Trade Center ist das Empire State Building nicht nur das höchste Haus der Stadt, sondern auch das einzige Hochhaus mit einer Aussichtsterrasse. Früher waren viel mehr Wolkenkratzer zugänglich.

Rainbow Room

In den dreißiger Jahren ließen fast ein Dutzend Hochhäuser Besucher zu, darunter so bekannte Gebäude wie das Chrysler Building und das Woolworth Building. Das Rockefeller Center öffnete sein Aussichtsdeck im Jahr 1933.

Der Besucherstrom konnte aber auf Dauer nicht annähernd mit dem Empire State Building mithalten. Als dann das berühmte Tanz- und Konzertlokal Rainbow Room in dem Gebäude im Jahr 1986 vergrößert wurde und den Zugang zu den obersten Stockwerken erschwerte, kam das Ende.

Die Stockwerke über dem Rainbow Room dienten seither als Abstellraum für den Fernsehsender NBC, der in dem Gebäude Studios betreibt.

„Top of the Rock“

Die Immobilienfirma Tishman Speyer, der das Rockefeller Center zusammen mit der Chicagoer Crown-Familie gehört, entschied sich im Jahr 2001 zur Wiedereröffnung. 75 Millionen Dollar wurden seither in das Projekt „Top of the Rock“ gesteckt.

Wenn die Terrasse am Dienstag eröffnet, hoffen die Betreiber auf zwei Millionen Besucher im Jahr - der Eintrittspreis beträgt 14 Dollar. Das Empire State Building kommt auf 3,5 Millionen.

Die neue Terrasse im Rockefeller Center erstreckt sich auf drei Stockwerke, das unterste ist der 67. Stock. Die Aussicht ist ganz anders als beim Empire State Building.

Hochhausdschungel

Der größte Unterschied: Man sieht das Empire State Building selbst in voller Pracht. Vollständig einsehbar ist auch der Central Park, der wie ein gigantisches grünes Handtuch inmitten des Hochhausdschungels liegt.

Im Gegensatz zum Rivalen, wo es oberhalb der Terrasse noch sechzehn Stockwerke gibt, kann man beim Rockefeller Center tatsächlich ganz oben auf dem Gebäude stehen - und hat entsprechend einen Panoramablick.

Geht es allein um die Höhe, bleibt das Empire State Building aber ungeschlagen: Die Terrasse liegt hier auf 320 Meter Höhe, beim Rockefeller Center sind es 260 Meter. Auch liefert das Empire State Building einen besseren Blick auf die mit Hochhäusern gepflasterte Südspitze von Manhattan.

Kristallinstallationen

Am erneuerten Rockefeller Center haben auch Deutsche und Österreicher mitgewirkt. Der Kölner Künstler Michael Hammers hat zwei große Kristallinstallationen beigesteuert. Eine fließt im Foyer wie ein Wasserfall von der Decke und ist eine auf den Kopf gestellte Nachbildung des GE Building.

Die zweite ist eine Wand mit Hunderten von dreidimensionalen Glasdreiecken in verschiedenen Farben. Eine bayerische Firma lieferte mundgeblasenes Glas dazu. Hammers hat die Installationen zusammen mit dem Kristallglashersteller Swarovski aus Tirol konzipiert.

Die Österreicher haben schon vorher für das Rockefeller Center gearbeitet und im vergangenen Jahr ein Produkt geliefert, das maßgeblich zur weihnachtlichen Atmosphäre beiträgt: die Kristallspitze auf dem Weihnachtsbaum.

Quelle: F.A.Z., 29.10.2005, Nr. 252 / Seite 10

 
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