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Raumfahrt Weltraumtourist und Crew an der ISS angekommen

03.10.2005 ·  Am Montag morgen hat die neue Langzeitbesatzung zusammen mit einem Weltraumtouristen die Internationale Raumstation (ISS) erreicht. Rußland und Amerika streiten weiter erbittert über die Finanzierung.

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Die Wachablösung in der Internationalen Raumstation ISS ist perfekt. Fünf Minuten früher als geplant hat die neue, nunmehr zwölfte amerikanisch-russische Stammbesatzung mit William McArthur und Waleri Tokarew am Montag um 7.27 Uhr MESZ mit ihrem Raumschiff „Sojus TMA-7“ automatisch an der Station angedockt.

Dritter Mann an Bord war der amerikanische Unternehmer und Millionär Gregory Olsen als zahlender Tourist. Das Trio wurde traditionsgemäß von der bisherigen Stammbesatzung mit Sergej Krikalew (Rußland) und John Phillips (Vereinigte Staaten), die seit April auf der Umlaufbahn arbeitet, mit Brot und Salz begrüßt.

Rückkehr am 11. Oktober

Die Sojus-Rakete war am Samstag morgen um 05.55 Uhr MESZ vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan aus ins All gestartet und erreichte etwa neun Minuten später die Erdumlaufbahn.

Nun sollen noch zwei Tage lang einige Experimente durchgeführt werden, bevor die alte Besatzung der Raumstation gemeinsam mit Olsen am 11. Oktober zur Erde zurückkehren. Ihre Kapsel soll in der kasachischen Steppe landen. Krikalew und Phillips sind seit April auf der ISS.

Olsen sieht sich nicht als Tourist

Olsen, Gründer eines Unternehmens zur Herstellung von Infrarotkameras, hat für seine ungewöhnliche Reise Berichten zufolge rund 20 Millionen Dollar (16,6 Millionen Euro) gezahlt. Der 60jährige ist der dritte touristische Besucher auf der ISS. Vor vier Jahren reiste der Amerikaner Dennis Tito und im Jahr 2002 der Südafrikaner Mark Shuttleworth ins All.

Olsen selbst hält von dem Begriff Weltraumtourist nicht viel, wie er sagte: Diese Bezeichnung lege nahe, daß eigentlich jeder (mit genug Geld) ins All fliegen könne. Das sei aber nicht der Fall, betonte Olsen, der den Begriff „Raumflugteilnehmer“ bevorzugt. Die russische Raumfahrtbehörde hat sich zu diesen Raumflügen für Nicht-Astronauten vor allem deshalb entschlossen, weil sie dringend Geld braucht.

Das Geld spielte auch eine große Rolle in den Verhandlungen Rußlands mit den Vereinigte Staaten, die parallel zu den Startvorbereitungen stattfanden. Dabei kamen Nasa-Chef Michael Griffin und sein russischer Kollege Anatoli Perminow zusammen. Rußland fordert, daß sich Amerika endlich an den Kosten für die Flüge zur Internationalen Raumstation beteiligen. „Es läuft nicht sonderlich dynamisch. Aber verglichen mit dem Stand von vor einem Jahr läßt sich sagen, daß wir den toten Punkt überwunden haben“, betonte der Leiter für die Betreuung des russischen ISS-Segments, Wladimir Solowjow, im Flugleitzentrum bei Moskau.

Amerika und Rußland streiten ums Geld

Ab Ende des Jahres sollen die Vereinigten dafür bezahlen, wenn sie mit einer Sojus-Rakete ins All starten. Das aber darf die Nasa wegen eines Gesetzes aus dem Jahr 2000 zur Zeit jedoch gar nicht. Seit dem Ausfall der amerikanischen Raumfähren nach der „Columbia“-Katastrophe 2003 sind die Vereinigten Staaaten aber auf die russischen Raketen angewiesen.

Bei dem amerikanischen Gesetz geht es gar nicht um die Raumfahrt, sondern um das iranische Atomprogramm, das Amerika äußerst suspekt ist. Sie vermuten, daß der Iran am Bau einer Atombombe arbeitet. Deshalb werden Sanktionen gegen alle Länder verhängt, die mit der Regierung in Teheran in diesem Bereich zusammenarbeiten. Rußland ist am Bau eines 800 Millionen Dollar teuren Atomreaktors im Iran beteiligt. Der amerikanische Senat hat das Gesetz inzwischen so geändert, daß die Nasa sich finanziell an den russischen Raketen beteiligen könnte, die Zustimmung des Repräsentantenhauses steht aber noch aus. Nasa-Chef Griffin warnte, wenn das Gesetz nicht geändert werde, werde 2006 kein Astronaut mehr zur ISS fliegen.

Weitere Kommerzialisierung

Griffin hatte am vergangenen Mittwoch das amerikanische Raumfahrtprogramm mit den zuletzt unzuverlässigen Space Shuttles sowie die ISS als kostspielige Fehler bezeichnet. Es sei falsch gewesen, die Apollo-Mission zum Mond zu Gunsten der beiden Projekte zu beenden, betonte Griffin in einem Zeitungsinterview.

Neben der Aufnahme von Weltraumtouristen wird die ISS übrigens weiter kommerzialisiert: Auf der Raumstation soll ein Werbespot für ein japanisches Fertiggericht gedreht werden. Einer der Kosmonauten soll den Film für ein Nudelgericht aufzeichnen, der im November ausgestrahlt werden soll.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/AP
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