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Raumfahrt Die Chronologie früherer Kometen-Missionen

 ·  Es sollte eine der spektakulärsten Missionen der Raumfahrt-Geschichte werden - nun ist sie auf zunächst ungewisse Zeit verschoben und damit de facto gescheitert. Die ESA-Raumsonde Rosetta sollte den Kometen Wirtanen jagen und auf ihm landen.

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Es sollte eine der spektakulärsten Missionen der Raumfahrt-Geschichte werden - nun ist sie auf zunächst ungewisse Zeit verschoben und damit de facto gescheitert. Die ESA-Raumsonde Rosetta sollte den Kometen Wirtanen jagen und auf ihm landen. Ihr Flugplan war schon lange ausgetüftelt, angesichts der Probleme mit der Trägerrakete Ariane 5 müssen die Experten der europäischen Weltraumagentur ESA nun ihre aufwändigen Berechnungen ganz neu anstellen. Bei allen bisherigen Einsätzen konnten Kometen stets nur im Vorbeiflug gesichtet werden:

1986: Eine wahre Armada von Forschungs-Raumschiffen stürmt auf den Halleyschen Kometen zu, darunter zwei russische Vega-Sonden sowie die japanischen Sonden Suisei und Sakigake. Am nächsten kommt Halley in der Nacht vom 13. auf den 14. März die ESA-Kometensonde Giotto - bis auf knapp 600 Kilometer. Sie funkt Bilder vom kartoffelförmigen Kometen-Kern zur Erde - und Daten, die beweisen, dass Kometen Verbindungen aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff enthalten. Dies sind die Bausteine für Leben.

1992: Auf ihrem Weiterflug durchs All passiert Giotto in 200 Kilometern Entfernung den Kometen Grigg-Skjellerup. ESA-Techniker hatten die Sonde wieder aktiviert und ihre Antenne neu ausgerichtet. Giotto war durch den Beschuss mit kosmischem Staub vom Halley-Vorbeiflug teilweise außer Gefecht gesetzt und zwischenzeitlich absichtlich in Ruhezustand versetzt worden.

2001: Die US-Raumsonde Deep Space 1 macht aus 2.200 Kilometern Schwarz-Weiß- und Infrarotbilder vom Kometen Borelli. Zudem sammelt die Sonde 220 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Daten über die Gase und das Magnetfeld des Kometen.

2002: Die Nasa-Sonde Ccontour soll gleich zwei Kometen im Vorbeiflug erforschen. Sie startet zunächst ohne Probleme, fällt beim Einschuß in ihre interplanetare Flugbahn aber aus. Nach einigen Wochen geht der Kontakt verloren.

2003: Rosetta sollte zum Kometen Wirtanen aufbrechen. Das Zeitfenster für den Start war nach ESA-Angaben aber nur bis zum 31. Januar offen. 675 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt sollte die Sonde Wirtanen im Jahr 2011 treffen und zunächst im Parallelflug monatelang erforschen. Im Juli 2012 sollte das einen Meter hohe und 80 Zentimeter breite Rosetta-Landegerät dann auf dem nur 1,2 Kilometer großen Kometen aufsetzen und sich dort festkrallen. Noch ein weiteres Jahr sollte Rosetta aus nächster Nähe beobachten, wie Wirtanen beim Annähern an die Sonne seine Gaswolke (Koma) und seinen typischen Schweif bildet.

Im Juli 2013 erreicht der Komet seinen sonnennächsten Punkt, dann sollte die Mission enden. Schwung für den Flug sollte Rosetta 2004 und 2005 an Mars und Erde holen. 2006 und 2008 waren Begegnungen mit den Asteroiden Otawara und Siwa geplant; dabei sollten die Instrumente getestet werden.

2004: Die Stardust-Mission der Nasa soll den Kometen Wild 2 aufspüren. Im Jahr 2006 wird Stardust zurückerwartet - mit Proben der „Kometenkoma“ genannten Gashülle des Himmelskörpers. Im gleichen Jahr will die NASA auch die Sonde Deep Impact ins All schicken. Sie soll zu Versuchszwecken einen massiven Kupferblock in einen Kometenkern schießen.

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