05.07.2002 · Ein bemannter Flug zum Mars - nach Ansicht des russischen Experten Witali Semjonow könnte dieser Traum der Raumfahrer schon in einem guten Jahrzehnt wahr werden.
Während die internationalen Raumfahrer mit der Kostenkrise der Internationalen Raumstation ISS beschäftigt ist, ist das andere große Ziel aus dem Zentrum des Interesses gerückt: ein bemannter Flug zum Mars. Wie sollte eine solch schwierige Mission auch logistisch und finanziell realisiert werden?
Witali Semjonow, Leiter des Projekts Mars-XXI vom russischen Keldysch-Forschungszentrum, setzt eine Reise zum Roten Planeten nun wieder auf die Tagesordnung. Und er glaubt, dass sie sogar noch vor dem von den Amerikanern einmal gesetzten und derzeit stark angezweifelten Zeitpunkt - 2019, genau 50 Jahre nach der ersten Mondlandung - Realität werden könnte. Durch eine gemeinsame Anstrengung aller führenden Raumfahrtnationen sei es möglich, dass im Jahr 2015 der erste Menschen den Marsboden betreten kann.
Technische Voraussetzungen vorhanden
„Technische Voraussetzungen für ein solches Unternehmen, das die internationale Gemeinschaft knapp 20 Milliarden US-Dollar (etwa 20,4 Milliarden Euro) kosten würde, sind vorhanden“, sagte Semjonow am Freitag in Moskau. Klar sei aber, dass die Reise zu unserem Nachbarplaneten nur „durch vereinte Kräfte der führenden Industrienationen“ verwirklicht werden. Tatsächlich bereite die russische Raumfahrtagentur Rosawiakowski das ambitionierte Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit der Nasa und der Esa vor.
Nach den Worten Semjonows werde Russland für den Flug zum Mars, der voraussichtlich ein knappes Jahr dauert, ein Flüssigkeits-Raketentriebwerk bauen und umfangreiche medizinische und biologische Erfahrung einbringen. Die russische Variante der Marsreise sehe vor, einen Frachter sowie ein bemanntes Raumschiff mit sechs Kosmonauten zum Roten Planeten zu schicken. Eine Hälfte des Teams soll in der Umlaufbahn, die drei übrigen Crewmitglieder sollen mit einem 3,5 Tonnen schweren Marsmobil auf dem Planeten landen.