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Raubüberfall Frankfurter Millionendiebe hinterließen der Polizei ihre Ausweispapiere

27.02.2002 ·  Zehn Millionen Euro hatten sie erbeutet, aber in ihrem Fluchtauto hinterließen sie der Polizei nicht nur einen Teil des Geldes, sondern auch ihre Ausweispapiere.

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Die Frankfurter Millionenräuber haben einen Teil ihrer Beute und etliche Papiere zurückgelassen, die auf ihre Identität schließen lassen. Neben eingeschweißten Banknoten im Wert von 1,485 Millionen Euro fand die Polizei in zwei Fluchtfahrzeugen den Ausweis des 35 Jahre alten Italieners Gerardo Sabatino und Papiere des 25 Jahre alten Angelo della Pietra, beide aus Frankfurt-Nied. Dort lebte auch der mutmaßliche Haupttäter, Faouzi Boudou (23). Mit gut 7,1 Millionen Euro bleibt der Hauptteil der Beute verschwunden, berichtete Polizeisprecher Peter Öhm am Mittwoch.

Boudou, Mitarbeiter der Geldtransportfirma Securitas, hatte seinen 41-jährigen Kollegen am Montag im Auto während eines Bargeldtransports innerhalb Frankfurts überwältigt. Er und seine zwei Komplizen konnten anschließend mit der Rekordsumme von zehn Millionen Euro entkommen. Ermittlungen im sozialen Umfeld Boudous hätten erhärtet, dass die beiden Italiener tatsächlich an der Tat beteiligt gewesen seien, sagte Öhm. Daher sei auch die Öffentlichkeitsfahndung erst mit einer Zeitverzögerung herausgegeben worden.

Verdächtige für Polizei keine Unbekannten

Unbekannte sind die drei Verdächtigen offensichtlich nicht. Öhm sagte, sie seien bewaffnet und hätten im Frankfurter Stadtteil Nied bereits seit längerem „einiges angestellt“. Mittlerweile wurde Haftbefehl erlassen. Della Pietra ist nach Polizeiangaben bereits 48 Mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, unter anderem wegen Raubes und Drogendelikten.

Auch der bei seinem Arbeitgeber Securitas als unbescholten geltende Franzose Boudou ist seit Beginn vergangenen Jahres wegen Widerstands gegen Polizisten vorbestraft, sagte Öhm. Er durfte daher keine Dienstwaffe tragen. Seinen Kollegen hatte er mit einer privaten Pistole überwältigt. Die Düsseldorfer Geldtransportfirma lehnte am Mittwoch eine erneute Stellungnahme zu ihrer Personalpolitik ab.

Fahndung nach viertem Mittäter

Die Polizei fahndet zudem nach einem vierten, noch unbekannten Mittäter, der auf dem Weg vom Überfallort zur einer ersten Umladestation in einer privaten Tiefgarage ein Begleitfahrzeug gesteuert hat. In der Garage hatte Sabatino zehn Tage vor dem Millionencoup am Montagmorgen einen Stellplatz angemietet.

Die Beamten stellten einen in Frankfurt angemieteten Audi A4 und einen Fiat Marea Kombi in der Nähe des Rhein-Main-Flughafens und der Autobahn sicher. Über den Aufenthaltsort der vier mutmaßlichen Täter könne im Moment nur spekuliert werden, sagte Manfred Relke, Leiter der 20-köpfigen Sonderkommission. Das zurückgelassene Geld fanden die Beamten unter einer Plane im Heck des Fiat-Kombi. Allein diese Scheine hatten ein Gewicht von 120 Kilogramm, berichtete die Polizei. Möglicherweise seien die Täter beim erneuten Umladen der Beute überrascht worden oder hätten nicht alles unterbringen können.

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