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Ramadan Die Fasten-Zeiten der Fastenzeit

11.08.2010 ·  Im Ramadan zählt für Muslime die Uhr. Diese erinnert sie täglich an das Beten und Fasten. Rechtzeitig zum Start des Fastenmonats können sich Pilger in Mekka nun an dem neuen „Königlichen Glockenturm“ orientieren.

Von Hans-Christian Rössler, Jerusalem
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Während des islamischen Fastenmonats Ramadan haben die Muslime die Uhr genau im Blick. Seit Mittwoch verzichten mehr als eine Milliarde Muslime auf der ganzen Welt von frühmorgens bis zum Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Auch Rauchen und Geschlechtsverkehr sollen sie tagsüber einen Monat lang unterlassen. Palästinenser müssen dabei nicht nur die Uhr im Auge behalten, sondern auch aufpassen, wo sie sich gerade befinden: Um ihren Bürgern das Fasten während des heißen Augustwetters ein wenig zu erleichtern, ließ die Autonomiebehörde in Ramallah am Mittwoch schon die Winterzeit beginnen. Die Muslime im Westjordanland dürfen damit abends eine Stunde früher zu essen und zu trinken beginnen als ihre Glaubensbrüder in Jerusalem. Von Ramallah oder Bethlehem liegt die Stadt mit der den Muslimen heiligen Al-Aqsa-Moschee zwar in Sichtweite – sie befindet sich aber jetzt in einer anderen Zeitzone.

In Ägypten hält man es wie in den Palästinensergebieten. Das bevölkerungsreichste arabische Land setzt für die Dauer des Fastenmonats bis zum 8. September die Sommerzeit aus. Die Ägypter und die Palästinenser können damit eine Stunde früher das Fasten brechen als etwa die Muslime in Syrien und der Türkei, obwohl sie eigentlich in derselben Zeitzone liegen. Bei den Schiiten im Irak wiederum, der an beide Länder grenzt, beginnt das Fasten erst an diesem Donnerstag. So ist es auch in Iran und in Oman.

20 000 grüne und weiße Lichter erinnern die Muslime ans tägliche Beten und Fasten

In Mekka, dem heiligsten Ort der Muslime, können sich die Pilger jetzt auch an einer neuen Uhr orientieren. Rechtzeitig zu Ramadan-Beginn sollen dort die Zeiger einer riesigen Uhr auf dem neuen „Königlichen Glockenturm“ beginnen, ihre Runden zu drehen. In Saudi-Arabien spricht man von der größten Uhr der Welt – mit Sicherheit ist sie die höchste. Insgesamt vier Zifferblätter mit einem Durchmesser von fast 40 Metern werden in knapp 640 Meter Höhe auf dem Turm eines Hochhauskomplexes mit Hotels und Einkaufszentren angebracht sein, wenn das Projekt fertig gestellt ist. Bisher ist es nur eines von vier Zifferblättern angebracht, das nun den Testbetrieb aufnimmt. Über ihm prangt ein Halbmond. Den Turm ziert der Schriftzug mit den Worten „Im Namen Allahs“.

Gut 20 000 grüne und weiße Lichter werden auf dem Turm in Mekka fünf Mal am Tag aufleuchten, wenn es Zeit ist zu beten und zu fasten. Architektonisch erinnert er an das Empire State Building in New York und den Big Ben in London. Die Ähnlichkeit mit dem britischen Vorbild ist kein Zufall, denn die Uhr in Mekka will der am Nullmeridian bei in Greenwich bei London gemessenen Weltzeit Konkurrenz machen. Die Monumental-Uhr zeigt die in sechs arabischen Staaten geltende „Arabian Standard Time“ an, die der Weltzeit aus London um drei Stunden voraus ist. Aber Mekka gebührt nach Ansicht islamischer Gelehrter als „Zentrum der Erde“ ohnehin der Vorrang.

Deutsche Muslime richten sich im Ramadan nicht nach Mekka-Zeit. In diesem Jahr will ihnen der Fernsehen RTL 2 helfen, die sich täglich nach dem Lauf der Sonne um einen paar Minuten verschiebenden Zeiten einzuhalten. Der Kanal, der sein Programm mit Sendungen wie „Big Brother“ oder „Frauentausch“ bestreitet, blendet als besonderen Service für die Muslime am Bildschirmrand die Uhrzeiten ein, wann das Fasten beginnt und endet. Die Muslime in Jerusalem werden auf andere Weise daran erinnert. Dort hallt traditionell morgens und abends der Donner einer Kanone über die Stadt.

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Jahrgang 1967, politischer Korrespondent für Israel und die Palästinensergebiete mit Sitz in Jerusalem.

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