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Prozeß Michael Jackson offiziell wegen Kindesmißbrauchs angeklagt

30.04.2004 ·  Popstar Michael Jackson ist von einem Gericht in Kalifornien in zehn Punkten wegen Kindesmißbrauchs und Verschwörung zur Entführung seines Opfers angeklagt worden. Jackson bekannte sich abermals für „nicht schuldig“.

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Michael Jackson ist am Freitag offiziell wegen Kindesmißbrauchs angeklagt worden. Im Bezirksgericht von Santa Maria wurde die Anklageschrift verlesen. Darin werden dem Popstar unzüchtige Handlungen mit einem Minderjährigen in vier Fällen sowie ein versuchter Mißbrauch zur Last gelegt. Zudem soll Jackson einem Kind vier Mal Rauschmittel verabreicht haben, um es gefügig zu machen. Der King of Pop erklärte sich für nicht schuldig.

Zusätzlich zu den Mißbrauchsvorwürfen wird Jackson wegen Verschwörung angeklagt, weil er ein Kind entführt, erpreßt und festgehalten haben soll. Durch die offizielle Anklage wird die Eröffnung eines Prozesses gegen Jackson wahrscheinlicher. Nun muß die Staatsanwaltschaft nicht zuerst einen Richter davon überzeugen, daß genug Beweismaterial gegen den Popstar vorliegt, um ein Verfahren einzuleiten.

Pünktlicher Auftritt des Popstars

Der King of Pop war gegen 17 Uhr MESZ bei Gericht eingetroffen, 40 Minuten vor dem offiziellen Beginn der Anhörung. Zu seinem letzten Gerichtstermin war er zu spät erschienen und dafür vom Richter gerügt worden. Jackson winkte mehreren Hundert Fans zu, als er unter einem Regenschirm und mit einer Brille auf der schmalen Nase das Gerichtsgebäude betrat. Nachdem ihm und seinen Anwälten eine Anklageschrift ausgehändigt worden war, zogen sie sich in einen Nebenraum zurück. Der Öffentlichkeit wurde der Text zunächst vorenthalten.

Die Behörden im kalifornischen Santa Maria waren für einen Ansturm von Jackson-Fans gewappnet. Das Gerichtsgebäude der Stadt wurde mit Barrikaden und Zäunen abgeriegelt, rund 100 Sicherheitskräfte sorgten für Ordnung. Am Donnerstagabend versammelten sich bereits Dutzende Anhänger Jacksons auf dessen nahe gelegener Neverland-Ranch mit Kerzen zu einer Mahnwache.

Ursprünglich war dem 45jährigen Sänger unzüchtiges Verhalten gegenüber einem Kind unter 14 Jahren in sieben Fällen vorgeworfen worden. Am Freitag blieb zunächst unklar, ob sich die Anklageschrift auf dasselbe Kind stützt und warum die Zahlen differierten. Bei einem früheren Gerichtstermin im Januar hatte Jackson auf einem Autodach einige Tanzschritte ausgeführt und seine Fans zu einer Feier nach Neverland eingeladen.

Dieses Verhalten war in Expertenkreisen auf Befremden gestoßen. Unbestätigten Quellen zufolge soll Jackson sich inzwischen stärker auf den Rat seines Bruders Randy verlassen und weniger auf die umstrittene muslimische Organisation Nation of Islam. Der Sänger befindet sich gegen Zahlung von drei Millionen Dollar Kaution auf freiem Fuß.

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