Home
http://www.faz.net/-gum-74ziu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Veröffentlicht: 11.12.2012, 15:59 Uhr

Provinzial-Chef Schraubenzieher-Angriff nur erfunden

Der Fall des angeblich attackierten Vorstandsvorsitzenden der Provinzial Nordwest, Ulrich Rüther, hat eine überraschende Wende genommen. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft hat es keinen Angriff gegeben.

© dpa Ulrich Rüther ist seit 2009 Vorstandschef der Provinzial Nordwest Holding

Der Chef des Versicherungskonzerns Provinzial Nordwest, Ulrich Rüther, hat den Schraubenzieher-Angriff auf ihn nach Angaben der Staatsanwaltschaft Münster nur erfunden. Rüther habe dies gegenüber der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Münster eingestanden, teilten die beiden Behörden in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Dienstag mit. Die Staatsanwaltschaft ermittle nun vielmehr gegen Rüther wegen des Vortäuschens einer Straftat, sagte Oberstaatsanwalt Heribert Beck. Sie beabsichtige aber, diese Ermittlungen gegen eine „angemessene Geldbuße“ einzustellen. Die Provinzial teilte mit, nach Rüthers Aussage habe der Angriff „in der dargestellten Form nicht stattgefunden“. Zu den Ermittlungen gegen den Manager wollte sich ein Sprecher nicht weiter äußern.

Mehr zum Thema

Berichte über einen Angriff auf den Manager hatten in der vergangenen Woche bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Polizei Münster hatte eine zwölfköpfige Ermittlungskommission eingesetzt, um den angeblichen Angriff auf Rüther aufzuklären. Der Versicherungschef war nach eigener Darstellung auf dem Weg aus einer Tiefgarage in das Gebäude des Provinzial-Firmensitzes in Münsters Norden von einem Unbekannten völlig überraschend mit einem so genannten Phasenprüfer attackiert worden. Die Polizei hatte die Öffentlichkeit danach gefragt: „Wer hat (..)verdächtige Beobachtungen rund um das Provinzialgebäude im Zentrum Nord gemacht?“

Wirbel mitten im Verkaufspoker

Rüthers Aussage hatte mitten im Verkaufspoker um die Provinzial Nordwest für zusätzlichen Wirbel gesorgt. Betriebsräten zufolge hatte der Münchener Allianz-Konzern seine Fühler nach der Provinzial Nordwest ausgestreckt. Rüther hätte am vergangenen Mittwoch an einer Betriebsversammlung der zweitgrößten öffentlichen Versicherung teilnehmen sollen - wo die Belegschaft über mögliche Verkaufsabsichten der Provinzial-Nordwest-Eigentümer informiert werden sollte. Rüther war stattdessen im Krankenhaus behandelt worden.

„Gegenüber der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Münster hat Herr Rüther sein Verhalten mit den enormen Auswirkungen der Turbulenzen bei der Provinzial auf seine Familie begründet“, teilten die Behörden weiter mit. Rüther habe „die extrem belastende Phase speziell für seine Frau und seine drei Kinder zum Abschluss bringen“ wollen, gab die Provinzial Nordwest bekannt. Rüther wünsche nun den „Schutz seiner Familie in der Öffentlichkeit“, deshalb werde der Fall nicht weiter kommentiert, betonte ein Sprecher.

Rüther ist seit Januar 2009 Vorstandschef der Provinzial Nordwest Holding. Der am 18. März 1968 in Ibbenbüren geborene Manager war über den Gerling-Konzern und den Versicherer Ergo zur Provinzial gekommen.

Die Übernahmepläne der Allianz für die Provinzial Nordwest liegen indes auf Eis: In den kommenden Monaten soll über eine Fusion des Versicherers mit der Provinzial Rheinland verhandelt werden.

Quelle: RTR

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Disneyland Paris Französische Polizei nimmt bewaffneten Mann fest

In Paris gilt immer noch die höchste Terrorwarnstufe. Nun nimmt die Polizei im Disneyland-Freizeitpark vor den Toren der Stadt einen Mann mit zwei Waffen fest. Mehr

28.01.2016, 18:28 Uhr | Politik
Angebliche Vergewaltigung Sorge vor russischer Medien-Kampagne gegen Deutschland

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-jährigen russlanddeutschen Mädchens. Russlands Außenminister Lawrow hat sich kritisch zu dem Fall geäußert. Mehr

28.01.2016, 15:18 Uhr | Politik
Hinweise auf Mannheimer Fund Tote Frau im Rhein in Südhessen gefunden

In Südhessen ist eine weibliche Leiche aus dem Rhein gezogen worden. Es gibt Hinweise auf eine Verbindung zu einer Bluttat in Mannheim. Auch im Main nahe Hanau wurde eine Leiche entdeckt. Mehr

27.01.2016, 12:31 Uhr | Rhein-Main
Recklinghausen Pariser Terrorverdächtiger war deutscher Polizei bekannt

Der bei einem Angriff auf eine Polizeiwache in Paris erschossene Terrorverdächtige hat als Asylbewerber unter verschiedenen Namen in Deutschland. Das sagte der Direktor des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes, Uwe Jacob in Düsseldorf. Mehr

11.01.2016, 12:23 Uhr | Politik
Uni-Klinik Marburg Narkosemittel in Blut von Frühchen nachgewiesen

Das Uni-Krankenhaus in Marburg stellt verdächtige Werte bei einem Baby fest und alarmiert die Polizei. Eine Klinikmitarbeiterin wurde wegen versuchten Totschlags festgenommen. Mehr

08.02.2016, 14:44 Uhr | Gesellschaft

Thomas Gottschalk Gästehaus an Miley Cyrus verkauft

Thomas Gottschalk bekommt eine neue Nachbarin, Moderatorin Dunja Hayali hält bei der Verleihung der Goldenen Kamera eine weithin beachtete Rede gegen den Hass, und Moritz Bleibtreu erklärt Eitelkeit zum größten Feind der Schauspieler – der Smalltalk. Mehr 21



Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden