http://www.faz.net/-gum-7sxx7

Ice Bucket Challenge : Ein Kübel Eiswasser für den guten Zweck

  • -Aktualisiert am

Auch bei der Ice Bucket Challenge dabei: Bill Gates Bild: Screenshot

Was in Amerika begann, ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Einige Prominente haben bei der Ice Bucket Challenge mitgemacht. Sie soll auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam machen, die auch der Physiker Stephen Hawking hat.

          Mark Zuckerberg hat sich nass gemacht, Bill Gates (von Zuckerberg nominiert) inszenierte die Herausforderung spektakulär und jetzt ist sie auch in Deutschland angekommen – die Ice Bucket Challenge.

          Das Prinzip hinter der Aktion: Handykamera an, ein kurzes Statement abgeben, dann folgt schon die eiskalte Dusche aus einem Eimer. Entweder kippt man sich das Wasser einfach selbst über den Kopf oder man engagiert jemanden, der das mit süffisanter Schadenfreude gerne übernimmt. Anschließend nominiert man noch drei Kandidaten – medienwirksam sind vor allem Nominierungen von bekannten Persönlichkeiten: Kai Diekmann ließ es sich beispielsweise nicht nehmen, Christian Wulff herauszufordern. Nach der Ernennung bleiben den Nominierten 24 Stunden Zeit, ist nach diesen noch kein Eiswasser-Video online, muss man für einen guten Zweck spenden.

          Schon seit ein paar Monaten geistert die Ice Bucket Challenge durch das Netz. Bekannt wurde sie aber erst, seit sie mit der seltenen Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) in Verbindung gebracht wird. Damit angefangen hat Chris Kennedy, ein Golfer aus Florida, berichtet die Time. Er wurde von einem Freund für die Ice Bucket Challenge nominiert, mit ALS hatte sie zu dieser Zeit noch nichts zu tun. Stattdessen konnte sich jeder Nominierte, der die kalte Dusche vermeiden will, einen guten Zweck aussuchen, für diesen er dann Geld spendete.

          Das erste Video ging am 15. Juli online

          Chris Kennedy entschied sich für die ALS Association (ALSA), denn ein Angehöriger ist an der Nervenkrankheit erkrankt. Die ALSA ist eine gemeinnützige Organisation, die sich mit der seltenen Nervenkrankheit befasst. Es war das erste Mal, dass die Ice Bucket Challenge und ALS in Verbindung gebracht wurden. Kennedy stellte sein Video am 15. Juli auf Twitter – ab diesem Moment verbreitete es sich rasant, die Videos konnten nicht mehr gezählt werden und immer mehr Menschen wurden auf die Aktion aufmerksam.

          Der Time sagte die ALSA, dass die Spendenin der letzten Zeit ungewöhnlich hoch gewesen seien – für die Gesellschaft zunächst unerklärlich. Mehr als 15 Millionen Dollar wurden gespendet, außerdem verzeichnete die ALSA mehr als 300.000 neue Spender. Das Geld investiert die Gesellschaft in Forschungen über die Nervenkrankheit und Beratungsmaßnahmen für Erkrankte. Außerdem werden ALS-Patienten und ihre Familien in ihrem Alltag unterstützt.

          Achtung, es kann auch schief gehen!

          Inzwischen ist die Ice Bucket Challenge auch in Deutschland angekommen. Der ehemalige Handballer Stefan Kretzschmar nominierte die Kanzlerin – die hat auf die Herausforderung bis jetzt allerdings nicht reagiert. Mario Götze, Oliver Pocher und Matthias Schweighöfer haben sich keine Blöße gegeben und die Eisdusche über sich ergehen lassen.

          Ganz so leicht umzusetzen ist die Herausforderung dann scheinbar doch nicht, wie dieses Video zeigt. Hin und wieder verrutscht ein knapper Bikini, manch einer plumpst während der Challenge auf den Boden – oder der Eimer bleibt gleich ganz auf dem Kopf stecken.

          An diesem Dienstag nominierte Karen Heumann Mathias Müller von Blumencron, den Chefredakteur Digitale Medien der F.A.Z. – 24 Stunden hatte er Zeit, um sich das Eiswasser über den Kopf zu kippen. So sieht das dann aus:

          Was ist die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)?

          Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Sie führt zur Zerstörung von Nervenzellen, die für die Motorik im Körper zuständig sind, im Gehirn und im Rückenmark. Die Folge ist eine fortschreitende Muskellähmung. Die Betroffenen können sich im Verlauf der Erkrankung nicht mehr bewegen, sie haben Schwierigkeiten beim Schlucken, Sprechen und Atmen. Das Bewusstsein und der Intellekt bleiben aber in der Regel intakt. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Nur in selten Fällen leben Betroffene länger als ein Jahrzehnt mit der unheilbaren Krankheit. Die Todesursache ist meist Atemlähmung.

          Über die genauen Ursachen und Mechanismen der Nervenkrankheit ist wenig bekannt. Die meisten Fälle treten spontan auf, nur bis zu zehn Prozent familiär gehäuft.

          Etwa zwei bis drei Menschen von 100.000 Einwohnern erkranken pro Jahr neu daran. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei ungefähr 60 Jahren. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. In Deutschland leben rund 6000 Patienten mit der Diagnose ALS.

          Hierzulande wurde die ALS vor allem durch den britischen Physiker Stephen Hawking bekannt, der an einer langsamen Verlaufsform der Krankheit leidet.

          Quelle: dpa/Apotheken Umschau

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Glamour und ernste Töne auf dem roten Teppich Video-Seite öffnen

          Bambi-Verleihung in Berlin : Glamour und ernste Töne auf dem roten Teppich

          Hollywood- Star Hugh Jackman findet sich "overdressed", Helene Fischer zeigt imposante Show und Ai Weiwei bricht eine Lanze für das freie Wort: Bei der 69. Bambi-Feier in der Hauptstadt wimmelte es nur so von Stars. Allerdings gab es auch mahnende und nachdenkliche Worte.

          Topmeldungen

          Kommentar : Wofür steht Jamaika?

          Obergrenze oder offene Grenzen für alle? Recht und Ordnung oder legale Joints? Marktwirtschaft oder Planwirtschaft? Nach den Schwierigkeiten bei den Jamaika-Gesprächen muss die Frage erlaubt sein: Passt das alles wirklich zusammen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.