17.10.2006 · Ganz uneigennützig ist wohl keine der unter Prominenten immer beliebteren Adoptionen eines Waisenkindes aus armen Verhältnissen - auch wenn man den Stars nicht absprechen kann, daß sie helfen wollen.
Ganz uneigennützig ist wohl keine der unter Prominenten immer beliebteren Adoptionen eines Waisenkindes aus armen Verhältnissen - auch wenn man den Stars nicht absprechen kann, daß sie helfen wollen. Dabei nimmt der Wunsch nach Kindern manchmal fast groteske Züge an.
Die schwarze Tänzerin Josephine Baker adoptierte gleich zwölf Waisenkinder verschiedener Hautfarben. Mit ihrer „Regenbogenfamilie“ wollte sie gegen den amerikanischen Rassismus protestieren. Auf immerhin elf Adoptionen kam die Schauspielerin Mia Farrow. Sie war mit Woody Allen verheiratet, bis der Schauspieler eine Affäre mit einer der Adoptivtöchter anfing. Allen und Soon-Yi haben nun ebenfalls zwei Adoptivkinder.
In den vergangenen Jahren adoptierten immer mehr Hollywood-Größen Kinder - wenn auch nicht immer aus Entwicklungsländern wie Angelina Jolie, die Maddox (Kambodscha) und Zahara Marley (Äthiopien) bei sich aufnahm: Calista Flockhart adoptierte einen Jungen namens Liam, Michelle Pfeiffer holte sich zu ihrem leiblichen Sohn John Henry noch das Mädchen Claudia Rose hinzu, Diane Keaton adoptierte Sohn Duke, Nicole Kidman nahm - damals noch zusammen mit Tom Cruise - die Kinder Isabella und Connor bei sich auf. Auch Sharon Stone, Jamie Lee Curtis und Kirstie Alley sowie Regisseur Steven Spielberg haben jeweils zwei Adoptivkinder. Zudem wird von Penelope Cruz, Cameron Diaz und Jessica Simpson berichtet, sie dächten über Adoptionen nach.
Viele Beispiele auch in Deutschland
Auch deutsche Prominente haben in den vergangenen Jahren immer wieder Kinder adoptiert. Frühe Beispiele sind der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel, der zusammen mit seiner Frau Mildred 1971 den in Bolivien geborenen Simon Martin zu sich holten. Modedesigner Willy Bogner und seine brasilianische Frau Sonia adoptierten zwei brasilianische Kinder, Florinda und Bernhard. Aus Rußland stammen die beiden Kinder von Günther Jauch und Thea Sihler sowie von Altkanzler Gerhard Schröder und seiner Frau, Doris Schröder-Köpf. Ebenfalls einen russischen Waisenjungen holte sich Schlagerstar Patrick Lindner. Tennisspieler Michael Stich und seine Frau Jessica Stockman adoptierten das Mädchen Nisha aus Indien. Wenig später trennte sich das Paar, Stich hat heute keinen Kontakt mehr zu seiner Adoptivtochter.
Daß eine Adoption nicht immer zu einem Familienidyll wird, wußte schon eines der bekanntesten Adoptivkinder Hollywoods zu berichten: Christina Crawford. Sie wurde 1940 von Joan Crawford adoptiert und schrieb ein Buch über das schwierige Zusammenleben mit ihrer Adoptivmutter. „Mommie Dearest“ („Meine liebe Rabenmutter“) wurde ein Bestseller.